Ausstellungsaktion „100 Jahre Volkskunst“

Ich finde Kreativwettbewerbe und Ausstellungsaktionen total aufregend! Sie liefern einem einen gewaltigen Energieschub und führen zu unerwarteten Schöpfungsergebnisse. Ich mag Herausforderungen, die einen klaren zeitlichen Limit setzen und thematisch in eine Richtung steuern, auf die man sonst nie gekommen wäre.

In diesem Fall handelt es sich um eine Museumsaktion. Die Info habe ich bei Amberlight ( http://amberlight-label.blogspot.de/2013/05/diy-mitmachaktion-100-jahre-volkskunst.html) entdeckt und freue mich sehr sie weiterzuleiten.

Es geht darum, die Zahl 100 mit Materialien der eigenen Wahl selbst zu gestalten und bis zum 4. Juni an das Museum für Sächsische Volkskunst, Köpckestraße 1,  01097 Dresden zu senden. Die Arbeit muss jetzt, d.h. in der Zeit bis Anfang Juni entstehen. Neben den (Blog)Namen, dem Enstehungsort und dem Material soll man dabei auch angeben, ob ihr mit einer Verlinkung eurer Blogbeiträge auf einem Pinterest-Board einverstanden seid.

Nur die Größe sollte immer ähnlich sein: etwa 10 cm hoch und 15 cm breit.  Am Ende werden die Zahlen einen Musterfries bilden, der am besten die ganze Ausstellung umfasst. Namen, Herkunft, Material werden angegeben. 

Was steckt dahinter?

Es geht um 100-jährigen Jubiläumsfeier des Dresdner Museums für Sächsische Volkskunst, die durch die eingesendeten Arbeiten geschmückt werden darf. Es ist auch erwünscht, dass das Museum die Werke behält.

100 Jahre Volkskunst im Jägerhof  
Sonderausstellung im Museum für Sächsische Volkskunst 
15. 6. 2013 bis 3. 11. 2013

Mitmachen lohnt sich nicht nur als Herausforderung, sondern als Werbung für das eigene Können.

Ich mache mit. Die neue Aufgabe macht mich glücklich.

Eure Bennelle

Eine Mütze zum Geburtstag

Mein kleiner Spatz hat morgen Geburtstag. Er wird stolze 2 Jahre alt. Ich habe für ihn eine Sommermütze (Hut) gehäkelt. Heute durfte er sie anprobieren.

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Die Mütze ist aus blauem Baumwollgarn gehäkelt. Als Ausschmückung habe ich dunkelblaues Bändchengarn benutzt.

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Eine kleine Schleife vom Bändchengarn dient als Aufhängung.

Die zwei blauen Knöpfe machen das Gesicht frei. Man kann die Mütze auch nur so tragen.

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Besonders stolz bin ich eigentlich auf die sauberen Runden. Von der Innenseite sieht die „Naht“ so aus:

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Von außen ist nichts zu erkennen:

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Bei meinem letzten Hut sah die Naht ganz anders aus.

Die Lasche habe ich als Sonnenschutz gedacht. Sie ist leider nicht so fest, wie ich sie haben wollte. Dafür braucht man entweder feste Maschen, oder eine harte Unterlage. Ich habe sie mit halben Stäbchen gehäkelt. Vorsorglich machte ich darin Knopflöcher, damit ich sie umkrempeln kann.

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Mein Süßer freut sich auf die Mütze, sie ist weich und er kann sie kneten und ziehen.

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Die Baumwolle kann ich bei 40 Grad waschen, also hoffe ich alle zukünftigen Flecken auswaschen zu können.

Nun bin ich auf den Geschmack gekommen. Bald folgen noch mehr Hüte 🙂

Eure Bennelle

 

 

 

 

 

 

Frohes Osterfest (orthodox)

Die orthodoxe Welt und damit meine Heimat Bulgarien feiern heute Ostern. Meine Tochter hat diesmal das Osterbrot ganz allein vorbereitet und gebacken. Ich war nicht einmal in der Küche. Heute morgen wurde es zuerst von dem Kleinen entdeckt und gekostet.

Dazu passt ein bisschen orthodoxe Kirchenmusik (bulgarisch-orthodox, denn sie klingt doch ein bisschen anders als die russisch- oder girechisch-orthodoxe!!!).

Da wir schon mit den Deutschen Ostern gefeiert hatten, gibt es heute nur noch mal Osterbrot und einen schönen Osterspaziergang am Nachmittag, von dem ich mir tolle Fotos verspreche!

Hristos voskresse! (Christus ist auferstanden!)

1001 Nacht

Schwarz wie die Nacht und leuchtend wie der Mond ist mein neues Bustier. Ich habe es heute Vormittag fertiggestellt und freue mich sehr wie schön es geworden ist.

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Ich habe die Körbchen zuerst kleiner gehäkelt, um Platz für die Umrandung zu lassen. Dann habe ich mir überlegt, wie sie genau aussehen soll. Die großen Wellen, für die ich mich entschieden hatte, haben dann dieses Treppenmuster ergeben. Ganz zufällig, natürlich.

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Da das Garn diese Metalleinsätze hat, wollte ich keine Spitzen, sondern eine klarere Linie erreichen.

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Zum ersten mal habe ich die Träger als natürliche Verlängerung des Körbchens gehäkelt und das Ergebnis lässt sich zeigen.

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Schwarz wie die Nacht. Und dann dachte ich an die wunderschöne Frau, die bezaubernd aussieht und 1001 Nächte hintereinander den Schach mit ihren Märchen verzaubert.

Das Garn war ein Zufallsfund und es sind kleine Reste geblieben. Das Top wird so nie wieder erscheinen.

 

 

Tag der Handarbeit – macht ihr mit?

Von dem Tag der Handarbeit als Initiative an sich habe ich erst vor einigen Tagen aus der schweizer Perspektive erfahren. So konnte ich auch zum ersten Mal das Denkmal der Handarbeiterin bewundern:

Bronzeskulptur Strickerin

Die Idee von der Strickerin aus Bronze stammt von Adriana Meier-Pianegonda.  Im Sommer 2011 ist die Schweizer Wollfirma AHA-Mode nach Chur umgezogen. Vor dem neuen Laden fand die Skulptur den richtigen Platz.

Onza Denkmal für die Handarbeit mit Widmungstafel

Die Figur wurde auf den Namen Onza getauft. Onza heisst „Masche“ auf romanisch. Sie wurde am 26. – 28. August 2011 mit einem Fest eingeweiht. Sie verkörpert die Bedeutung der manuellen Tätigkeit, die das Überleben der Menschheit sicherte und heute zu wenig Anerkennung bekommt.

Durch einen Verteiler der DaWanda-Mütter bekam ich den Link zu den deutschen Organisatoren der diesjährigen Initiative der Handarbeit und teile den Aufruf gern mit, für die Tafel unter dem Motto „Mitmachen und Freude teilen“ Accessoires für Mädchen und Jungen, Männer und Frauen anzufertigen. Alle können sich beteiligen und etwas beisteuern, was sie aktuell gestrickt, genäht oder gehäkelt haben, vor allem aber Mützen oder Schals für Babys, Kinder und Erwachsene.

Wie, wo und wann erfahrt ihr hier: http://www.initiative-handarbeit.de/de/Aktuell/Tag-der-Handarbeit-2013.php

Ich weiß schon was ich verschenken werde und mache sehr gern mit.

Stricken als Protest

In einer Inszenierung des Stückes „Utopia. Gesellschaft ohne Kapital?“ des Theaters 1000 Hertz klappern im Hintergrund die Schauspieler unaufhörlich mit ihren Stricknadeln.  Stricken als Protest.

„Wir sind ein riesiger Pullover, der sich auflöst“,  bekennt sich die Heldin als klammheimliche anarchische Proteststrickerin.

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Mein Freund hat Theaterwissenschaft in Erlangen studiert und hat mir erzählt, wie alle zusammengesessen haben, politisiert und diskutiert haben und alle, Männer und Frauen, ständig etwas gestrickt haben. Das war Ende der 80er Jahre. Was haben sie denn gestrickt? Schals, sagte er. Hat sie auch jemand getragen? Nein. Es gehörte einfach dazu. Protest oder Gruppenzwang?

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Auch in der Ökobewegung der 80er-Jahre stand das Stricken im Blick der Öffentlichkeit. Mit der Anti-Atom-Bewegung und den Grünen kommt Stricken wieder in Mode.

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Michael Cramer, von 1989 bis 2004 verkehrspolitischer Sprecher der grünen Fraktion, saß häufig mit Strickzeug im Plenarsaal und produzierte Pulswärmer, Babysocken, Schals, Mützen und – Pullover. Das wohl bekannteste Stück ist sein Anti-Atomkraft-Pullover, den er in seiner Zeit als Lehrer gestrickt hatte und immer noch tagtäglich trägt. Sogar in seiner jetziger Amtszeit als EU-Parlamentarier in Brüssel.

Auf der Homepage der Grünen Fraktion verspricht man uns in zwei Artikeln das Strickmuster zum Antiatompulli… Wie schade, dass das Muster war nicht mehr aufzufinden ist …

Ich besuche die Homepage von Kirsten Brodde (http://www.kirstenbrodde.de/?p=1068), der die Berliner Grünen aufgetragen haben, das Muster aus dem Pulli herauszuheben und der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen (wohlbemerkt: das Muster und nicht die Anleitung), doch da funktioniert der Link auch nicht. Die Grünen hatten anlässlich der 30-jährigen Feier ihres Bestehens einen Wettbewerb zum Thema „Wer strickt den besten Antiatompulli“ gestartet. Von den Ergebnissen des Wettbeverbs konnte ich keinen Namen erfahren und nur diese Fotos ausfindig machen:

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Die kunstvolle modische Umsetzung des Themas hat das Label Kirsten Brodde selbst geschaffen. Hier ist die damenhafte Variation des Antiatompullis:

Natürlich sollte dieser käufliche Pulli auch 100% ökologisch rein sein. Kirsten schreibt dazu „Es gibt nur ein Stricklabel in diesem Land, was einen so eigenen Stil hat wie das von Carolin Ermer-Graening. Was in Berlin zu Hause ist und absolut konsequent in puncto Ökologie und Ethik. Seit 2006 gibt es caro e. “

Heute ist Stricken für Männer  im Plenarsaal wieder in, wie dieser Schnappschus vom Grünen Parteitag in Erfurt beweist:

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Die Piraten , schließen sich dieser Tendenz auch an. Beachtet dabei die Vielzahl an verschiedenfarbigen Knäueln im geöffneten Wollkoffer! Anke Domscheit-Berg strickt einen kunterbunten Schal.

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Einige Parteikolleginnen sitzen neben ihr und tun es ihr gleich:

Piraten Parteitag

Protest, aber nett

Die Piraten erinnern in vielen Punkten an die frühen Grünen. Dies spiegelt sich nicht zuletzt optisch wieder: Das unangepasste Äußere in den Parlamenten ist ein Statement – Wollpullis, Sonnenblumen und Latzhosen bei den Grünen, Laptops, Blaumänner und Trainingsjacken bei den Piraten.

Auf dem Parteitag in Bochum rief Anke Domscheit-Berg zum Stricken auf: „man kann übrigens alles umstricken/-häkeln, Stuhlbeine, Stecker, Stehmikrofone, Gerueste, Gelaender“.

Wie wahr, aber verschwindet auch der Rost unter dem Häkelkleid?

 

Eden geöffnet

Der Garten Eden ist wieder auf.  Ich fand das Schild von Cafe „Eden“ so lustig, dass ich es unbedingt aufnehmen musste. Aber der Frühling selbst ist so einladend warm und es ist eine paradiesische Erfahrung endlich alles blühen zu sehen. Der Winter war zu lang.

Es grünt so grün das Grüne draußen, dass ich mich innerlich auf diese Farbe voll eingestellt habe. Im Wollgeschäft in der Nähe entdeckte ich ein weiches Baumwollmischgarn in Signalgrün und habe es sofort zu einem Top verarbeitet.

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Und ich konnte nicht gegen den Drang widerstehen, die Körbchen mit je einer Blume zu verschönern und sie mit einem blauen Knopf festzumachen. Es macht Spaß zu experimentieren!

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Und dann habe ich auch ein Rasta-Top gehäkelt, das viel Lust auf Leben und die Verbindung zur Natur signalisiert.

Grün ist auch mein Bandeau-Top aus Bändchengarn – es braucht wirklich keine Träger wegen der guten Passform.

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Die Körbchen des Bandeaus sind konzentrische Kreise mit Reliefstäbchen, die durch Luftmaschenketten miteinander verbunden sind.

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Bald kann man sich damit nach draußen wagen. Und man wird direkt im Paradies landen. Versprochen.

 

 

Online verkaufen

Wollt ihr eure Sachen so breit wie möglich vermarkten? Online womöglich, damit auch das Kind versorgt wird und der Haushalt läuft und ihr selber nicht auf Flohmärkten unter Preis und Faden heruntergehandelt werdet?

Heute habe ich in einem Artikel weitere Möglichkeiten für die Online-Vermarktung eigener Produkte entdeckt. Ich liste sie hier auf, damit ihr auch etwas davon habt. Für Kommentare und eigene Erlebnisse von euch wäre ich seeeehr dankbar!

  • Artfire – wird als der größte Pendant zu Etsy angesehen. Es heißt, man könne problemlos sein Etsy-Shop in  Artfire importieren. Das werde ich mal ausprobieren.
  • Tophatter – eine Versteigerungsseite wie eBay, mit Schwerpunkt auf Handmade.
  • Goodsmiths – Eine kleinere Plattform im Verlgleich zu Etsy, da sie gerade noch durchstartet. Ich bekomme den Newsletter und finde ab und zu interessante Projekte darin.
  • Handmade Catalog – Mit monatlicher Gebühr, dafür bekommt man die Vermarktung und die Promotion geliefert.
  • Meylah – Soweit ich erfahren habe, sollen da keine Einstellgebühren verlangt werden und man kann sich mit den anderen Verkäufern austauschen. Besonders empfohlen wird  Handmadeology Marketplace.
  • Big Cartel – Hier kann man seine eigene Homepage mit Shop aufbauen und mit anderen Blogs und Sites verlinken.
  • eBay – Ich habe es noch nicht als Option für mich ausprobiert. Sollte ich es tun, berichte ich euch von den Erfahrungen als Verkäufer.

Wie vermarktet ihr eure Produkte? Kennt ihr andere Möglichkeiten Handgemachtes und Kunstvolles an die Öffentlichkeit zu bringen?

Abgesehen von  den Online-Shops, habe ich von der Option gehört, eigene Produkte in ein sog. Mietregal einzustellen, das man in einem Laden vorfindet, wo Laufkundschaft Zugang zu den Sachen bekommt. Kennt jemand so eine Möglichkeit in Berlin?

Ich wäre sehr dankbar für eure Kommentare und Erfahrungen.

 

 

 

 

Häkeln als Fitness

Die ehrwürdige alte Dame auf dem Foto zählt nicht zu meinen Erfolgsgeschichten, da sie keines ihrer Strick- und Häkelwerke jemals verkauft hat. Sie häkelt und strickt, um sich fitt zu halten. Ihr Name ist Rose McCann und sie sträkelt seit ihrem 12 Geburtstag. Heute ist sie 101 Jahre alt und ihre Stadt WATERTOWN feiert sie als überzeugte Republikanerin. Wie amerikanisch!

Ich hätte gern mehr von ihr erfahren – wie sie gelebt hat, wen sie beschenkt hat, was sie alles hergestellt hat. Leider gibt die kurze Meldung  von http://www.rep-am.com keine weiteren Angaben. Es ist ja auch ein politisches Medium. Hält die politische Überzeugung auch fitt? Eine gewisse, meine ich?

 

Quelle: http://www.rep-am.com/articles/2013/04/15/news/local/717582.txt

Zweiter und letzter Frühling

Um es positiv auszudrücken, das Leben geht weiter. Gestern war mein erster Markttag als Aussteller und Verkäufer. Er fing mit viel Sonne, Vogelgezwitscher und gute Laute an. Meine Tochter half mir bei dem Aufbau und blieb die ganze Zeit bei mir. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.  Ich hatte die Nacht davor durchgemacht, die Henkel von drei Taschen endlich gehäkelt, vier Ketten finalisiert und einiges mehr. Die Visitenkarten druckte ich gegen 6 Uhr, nachdem die Sonne schon grell im Himmel stand.

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Am Postbahnhof angekommen (mit dem Taxi, da die S-Bahn nicht fuhr und der Bus erst viel zu spät zu erwarten war) erschien mir unser Standplatz der beste überhaupt: genau in der Mitte, gegenüber der Treppentür, sonnenüberflutet, nette Nachbarn, alles wunderbar. Da keine Zwischenwände vorhanden waren, konnten wir nur den Platz auf dem Tisch nutzen (er erschien uns viel, viel zu klein). Wir hatten zu viele Teile mitgenommen und hatten Schwierigkeiten einigermaßen ordentlich die Fläche einzuteilen: rechts die Bustiers, in der Mitte die Schmuckteile, links die viel zu vielen Taschen. Die Fensterpuppe mussten wir ohne die Arme herschleppen, da sie viel zu schwer waren. Sie bekam einen Sommehut, das türkisfarbene Neckholder-Top und 3 Ketten aufgehängt. Dazu noch 2 Taschen und 2 Schals.

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Das Dawanda-Team war super nett, hat uns Papiertüten geschenkt, die Schilder ausgeteilt und eine Kinderecke mit Bastelspaß aufgebaut.

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Die Dawanda-Verkäufer waren sehr aufgeschlossen, gut gelaunt und super nett. Unsere Nachbarn waren „Kritzelmädchen“. Als Frühlingsprodukt für die Messe haben sie diese schönen Filzblumen wie auf dem Foto unten gewählt, aber in ihrem Online-Shop auf Dawanda findet sich viel mehr als das.

Brosche "Sonnenanbeterin"

Hinter uns hatten zwei flippige junge Damen, reizend angezogen, einen schönen Schmuckstand.

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Am besten fand ich bei den „Disorderedkitten“ ihre zuckrigen Anhänger. Schaut euch diesen Donut aus ihrem Dawanda-Shop mal an. Ist er nicht zum Anbeißem?

Alle Shops waren einzigartig und irgendwie „dawanda“.

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Die Organisatoren vom Zweiten Frühling hatten für eine Männerlounge gesorgt, mein kurzer Blick hinein lieferte dieses Bild:

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Ob es gemütlich drin war, weiß ich nicht, aber die Männer hatten wenigstens ihre Ruhe… Daneben gab es einen Kinderbreuungsraum. Das Programm umfaßte einige Modeshows (echt nicht mein Geschmack), gut anmoderiert, doch das Publikum fiel mager aus. Stylisten sorgten für das kostenlose Angebot als Entschädigung für die 5-Euro-Tickets.

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Es wurde geschminkt, die Haare wurden zurechtgemacht und drei Mädchen bekamen neue Kleider…

Unser Stand mittendrin.

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Bei der lauten Musik konnte man nur tanzen. Ich habe die ganze Zeit stehend gehäkelt, getanzt, gelächelt. Es sind 3 Ketten und ein Paar Ohrringe dabei entstanden. Alles nur gute Miene zum bösen Spiel, denn weder ich, noch meine Nachbaren konnten etwas verkaufen. Kein einziger Verkauf! „Katastrophe“, hieß es hinter uns so gegen 16.00 Uhr am Nachmittag. Die Nachbarin von rechts sammelte ihre schönen Stofftaschen und verließ den Tatort zwei Stunden vor dem Schluss.

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Ich hatte den Eindruck, dass ich immer wieder dieselben Gesichter erblicke. Bald stellte sich heraus, dass die meisten Leute, die vorbei liefen und einen nett anlächelten, Kollegen sind, die die Runde machten. Die echten Kunden sind ungeduldig vorbei gehuscht, schlecht gelaunt und unheimlich (meinte meine Tochter). Lag es vielleicht an den teuren Tickets oder an dem Second-Hand-Markt in der unteren Etage, die diese Billigstimmung ausmachte? Ich fand alle Anbieter hier oben toll, doch irgendetwas stimmte nicht.

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Die Innenperspektive. Die Überlegung, ob es sich noch einmal lohnt einen teuren Stand zu mieten, der sich nicht auszahlt. Mein Kaffee ist kalt, ich bin müde. 36 Stunden nicht geschlafen. Die Hoffnung auf einen einzigen Verkauf…

Nicht dass es keine Kundengespräche gab, viele haben die Bikinitops gemustert und einige der Ketten angefasst. Einige kommentierten sogar: „Schön, sehr schön“, andere murmelten untereinander: „Die sehen trocken gut aus, aber wenn man mit ihnen ins Wasser geht, hängen sie schrecklich“. Wer sagt denn, dass die Häkelbikinis  baden gehen sollen? Ich würde sie gerade nach dem Baden anziehen, wenn ich den nassen Bikini loswerden möchte. Aber eigentlich sind die Bustiers, die ich mache, eher für sonnige Tage unter einem offenen, leichten Hemd oder für Partys und für das Tanzen gedacht. Salsa oder Bauchtanz wären perfekt.

Meine Freundin kommt kurz vor 18.00, um uns beim Tragen zu helfen und die Sachen nach Hause zu transportieren. Ihr geht es auch beschissen. Wir sollten einen Sekt darauf trinken, scherzen wir. Zu Hause angekommen, mache ich einen Abstecher zum Internetcafe um die Ecke und kaufe einen Kuchen und einen 2L-Orangensaft. Unsere Belohnung für die ganze Anstrengung. Geteilt durch 7, bekommt jeder ein Stück.

Ich nehme meinen 2-Jährigen mit ins Bett und er weckt mich am nächsten Morgen gegen 8.00 Uhr. Ich bringe ihn in die Küche, wo mein Freund schon frühstückt, gebe den Kleinen ab und schmeiße mich zurück in mein warmes Bett. Gegen 14 Uhr werde ich wieder geweckt, mein Freund hat einen dringenden Auftrag zu bearbeiten. Dusche, es geht irgendwie, mein Tag beginnt.

Das heutige Motto lautet „Be happy, don’t worry“. Ich sage mir, jetzt habe ich genug Ware, um meine Online-Shops aufzufüllen. Und das Leben geht weiter.