Wie repariere ich eine Granny-Square-Decke

Vor einiger Zeit habe ich eine Granny-Square-Decke erstanden, die ausnahmsweise nicht aus 100% Synthetik bestand, sondern eine gute Mischung aus Wolle, Baumwolle und Acryl abgab. Die meisten Decken, die in den Second-Hand-Shops auftauchen oder richtig Vintage sind, haben ihre Macken: entweder ist das Material nicht annehmbar oder sie sind schon zermottet oder gerissen.

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Meine Decke ließ sich gut umgestalten: ich habe zwei Armöffnungen eingebaut und sie zu einer langen warmen Weste gemacht. Einige haben schon ein Auge darauf geworfen, aber ich habe sie erst einmal damit vertröstet, dass die Decke leider noch REPARIERT werden muss.

Gestern sah ich mir das gute Stück so richtig unter der Lupe an und biss mir auf die Lippe: mindestens 4 Quadrate waren kaputt und die Umrandung aufgerissen. Was tun? Wie repariert man ein Granny Square, eingearbeitet in einer größeren Arbeit?

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Was tun? Analysieren! Was fehlt? Zwei Reihen. Lösung? Die kaputten Reihen entfernen und neu häkeln.

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Passt bei der Entfernung der Wollreste auf, denn sie sind oft verfilzt. Da hilft oft der Nahttrenner. Mir hat allein diese Arbeit einiges an Zeit und Mühe gekostet.

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So sieht das bereinigte Arbeitsfeld aus 🙂 Nun muss man zwei Reihen wie gewohnt um das kleinere Quadrat herum häkeln. Aber passt auf! Häkelt erst einmal nur die erste Reihe. Bei der zweiten müsst ihr nach jedem Dreiercluster die Stopfnadel zuhilfe nehmen und den lang abgeschnittene Faden durch die gegenüberliegenden drei Maschen der nachfolgenden Reihe durchziehen.

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Ehrlich gesagt, bin war ungemein stolz auf meine Lösung. Ich fühlte mich wie ein Held, der eine unüberwindliche, ja unmögliche Herausforderung mit einer faszinierenden Eleganz  angenommen und ausgeräumt hat. So sah das Quadrat nach der Reparatur aus:

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Tja, schön und gut, aber was tun mit den anderen kaputten Quadraten und mit dem Rand? Manchmal kann man den durchbrochenen Faden doch ein bisschen rausziehen, oft muss man ihn ersetzen, wie auf dem folgenden Bild:

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Manchmal lohnt sich die lange Variante, wie bei diesem Fall:

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Wenn der Rand immer wieder unterbrochen wird, rate ich euch die Reihe durchgehend zu entfernen. Immer von links nach rechts. Dann einfach die Reihe mit festen Maschen neu häkeln.

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Also, geht alles! Nehmt euch aber Zeit und Geduld, viel Geduld, dann wird es klappen.

Oder traut ihr euch das nicht alleine? Dann machen wir einen Workshop daraus! Einfach vorher anschreiben und wir besprechen den Rest.

Ich wünsche euch einen entspannten und reparaturfreudigen Sonntag!

eure Bennelle.

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Der Eisprinzessinponcho

Der nächste warme Poncho ist fertig, entstanden aus einem Dreiecktuch und drei Granny Squares.

Was mich bei diesem Projekt gereizt hat, ist die Textur der Quadrate. Ich habe für sie absichtlich anders strukturierte Garne benutzt. Das erzeugt eine angenehme Spannung zwischen dem zentralen dreiteiligen Streifen und dem Rest des Ponchos.

Weiß kann man ja mit allen Farben kombinieren. In diesem Fall habe ich mich für Blau entschieden.

Hier ist nun das Ergebnis:

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Ich hoffe, ihr habt euch dadurch inspirieren lassen und verbleibe mit schönen Grüßen aus dem nebligen Berlin

eure Bennelle

Runde Westen

Ich habe vor 4 Jahren mehrere Teppiche gehäkelt, die sich eigentlich kaum als solche eignen. Sie waren zu dünn für den Boden. Im Vordergrund stand für mich der Kreis als meditatiive Übung. Ein angenehmer Nebeneffekt vom Häkeln im Kreis ist die Tatsache, dass man die Arbeit nie umzudrehen braucht. So ist auch der Farbwechsel mühelos. Ich verarbeitete in den Teppichen ganz unterschiedliche Garne und tobte mich mustermäßig aus.p1020988

Nun war es an der Zeit, die herumliegenden Arbeiten, die keine Funktion hatten, zu tragbaren Kleidungsstücken umzuarbeiten. Zu diesem Zweck muss man einzig und allein zwei Löcher für die Arme ausschneiden, die Ränder gut verarbeiten und … tragen!

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Wenn man eine Nähmaschine hat und sie benutzen kann, würde man einen der Zickzackstiche einstellen und loslegen. Dann ist es ein Leichtes, rundherum einen Rand zu häkeln. Da ich aber eine alte traumatische Erfahrung mit der Nähmaschine mit mir herumschleppe, scheue ich mich immer noch davor eine zu benutzen und greife sofort zu der Häkelnadel.

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Nach diesem Rezept habe ich zwei Teppiche umgestaltet. Eine kleinere Weste in Herbstfarben, die den Namen „Ernte“ trägt, hat die Gr. S oder M hat einen Durchmesser von etwa 80 cm. Aus dem Teppich „Meereswogen“ mit 120 cm Durchmesser entstand eine Längere und breitere Weste Gr. L, XL.

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Diese Projekte verdienen bessere Fotos, die bald folgen sollen 🙂

Ich wünsche euch beste Handarbeitslaune trotz oder gerade wegen des anhaltenden Regens!

Eure Bennelle

Poncho a la Lama

Ein Poncho der ganz besonderen Art ist entstanden, als ich zwei Produkte aus Lamawolle verbunden hatte.

Wolle geht, wie ihr alle wisst, ein, wenn sie heiß gewaschen wird. So ist es wohl auch mit dem Lamaponcho geschehen, bevor er in meine Hände geraten ist. Er sah wie ein Rock für ein Mädchen aus – so eng war die Halsöffnung gewesen. Ich habe sie erweitert und mit einem Schal aus Lamawolle ausstraffiert. Da ich die Nähmaschine immer noch scheue, habe ich als Verbinder eine wunderbar weiche Merinowolle benutzt und einen straffenden Rand um den Hals gehäkelt.

Das ist das Ergebnis: ein Poncho a la Lama 🙂

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Wie findet ihr den Poncho?

Kommentare sind willkommen 🙂

Eure Bennelle

 

 

Transformation und Upcycling

Ich habe seit etwa 2 Jahren Second-Hand-Strick und gehäkelte Dreiecktücher gesammelt, um sie zu etwas Schönerem zu verarbeiten.

Lange Zeit lagen diese Schätze verdeckt und versteckt in Kartons und Tüten. In meinem kleinem Atelier habe ich einige dieser Verstecke gelüftet und möchte nun so viel wie möglich Material veredeln und zu tragbaren Designer-Kleidungsstücken aufwerten.

Mein neuestes Upcycling-Produkt ist ein Poncho. Es ist aus einem Dreiecktuch aus reiner Wolle entstanden. Ich musste es zuerst von den verfilzten und halb abgeschnittenen Fransen befreiten, was etwa 2 Stunden gedauert hat. Dann überlegte ich mir, ob ich das gute Stück zerschneide und nach dem Patchworkprinzip mit einem anderen Kleidungsstück kombiniere oder so lasse, wie es ist. Ich legte und faltete es in verschiedenen Formen, wie ein Origami. Zum Schluss entschied ich mich für eine sehr simple Lösung: ich häkle einen Mittelstreifen, der das Dreieck zu einem Poncho verbindet.

Hier sieht ihr das Ergebnis:

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Der Poncho hat eine Einheitsgröße und passt jeder Frau. Für den mittleren Streifen habe ich eine Mischung aus naturfarbenen feinen Garnen mehrfädig genommen und das Dreiercluster des Grundmusters wiederaufgenommen. Den Rand habe ich in einem interessantem Wellenmuster gestaltet. Er dient auch als Verbindung zwischen dem alten Tuch und der neuen „Zugabe“.

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Dei ganze Verwandlung hat mich 2-3 Tage konzentrierter Arbeit gekostet. Hätte ich auch den Rest selbst häkeln müssen, würde die Arbeitszeit ungefähr eine Woche dauern.

Das ist nur der Anfang – manche Projekte fordert eben ihre Zeit.

Habt ihr auch etwas ähnliches schon versucht oder angestellt? Erzählt mir davon!

Eure Bennelle

Die genoppte Weste

Ja, ihr habt richtig gelesen, seit einer Woche sticke ich! Es kommt nicht von ungefähr, denn ich hatte es lange vor und es wird bestimmt noch viel Zeit vergehen, bevor ich dieses Handwerk einigermaßen beherrsche.

Für den Anfang habe ich gedacht, ich versuche die Boro-Technik. Sparsame japanische Bäuerinnen verwendeten den Sashiko-Stich für das Flicken in der Borotechnik. Dieser einfache fortlaufende Stich hat mehrere Schichten Stoff zusammengehalten und eignet sich gut für Upcycling-Arbeiten wegen ihres Patchworkcharakters.

Um sicher zu gehen, dass ich keinen Mist baue, habe ich für meinen Anfang eine Weste aus einem in Streifen gewebten Stoff genommen und den einfachen Stich entlang der Linien ausprobiert. Meine Stiche schienen mir aber zu unregelmäßig und ich überlegte mir eine elegantere Variante. So kam ich zu meiner eigenen Noppentechnik 🙂

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Zwei Tage lang habe ich an der Männerweste gestickt und genoppt. Ich habe Sockenwolle  mit leichtem Farbverlauft benutzt. Die  Taschenränder habe ich dicht an dicht bestickt.

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Hier ist das Ergebnis zusammen mit einer meiner tunesisch gehäkelten Fliegen, die man ins Knopfloch befestigen kann:
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Besticken ist wirklich sehr meditativ. Je einfacher der Stich, je leichter es einem fällt (nach einiger Übung), desto größer der Drang zur Wiederholung… so lange wie es geht. Das reinigt Kopf und Seele… grundtief!!!

In diesem Sinne

verbleibe ich eure stickende

Bennelle

Schal-Metamorphose, Teil 1

Endlich habe ich Zeit für ausgefallene Projekte, ganz ohne Druck und aus Spaß zum Experiment.

Gestern habe ich ein Projekt angefangen, das lange in meinem Kopf herumschwirrt: aus Schals neue Kleidungsstücke zu gestalten, indem Stick- und Häkelteile, -elemente und -motive die prägenden Details ausmachen.

Mit oder ohne Zeichnung.In diesem Fall ohne.

Work in Progress: zuerst den Schal durch die Mitte schneiden. Sie sollen die Hauptstruktur eines Ponchos hergeben.

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Dann die Rückenmitte durch einen texturierten Streifen strecken und mit beiden Teilen verbinden. Ich habe die Maschen gleich auf dem Schal angeschlagen.

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Die durchgeschnittenen Enden müssen einen sauberen Abschluss bekommen, deshalb benutze ich dünne Stricknadeln und masche jede einzelne Masche ein und ab.

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Durch passende Wolle (Dicke und Farbe) kann man bei der Fortsetzung des Rückenteils interessante Effekte erzielen.

Ich habe beide Rückenteile um je ca. 10 cm verlängert. Wie das aussieht und wie das Kleidungsstück weiter Form annimmt, erfahrt ihr bald.

Fortsetzung folgt 🙂

Eure Bennelle