Gifts of the Day: Anleitungen für Taschen

Die Tasche auf dem Foto ist schon längst in die USA geflogen und fand hohen Lob von meiner Käuferin. Sie erinnert mich an meine Anfänge als Häklerin, als ich nur eine einzige Häkelnadel Stärke 2 und Akrylgarn hatte und versuchte damit ein straffes Gewebe mit festen Maschen oder sogar nur als Kettmaschen zu erzeugen. Das dauert und verlangt sehr viel Geduld, aber im Ergebnis lohnt es sich auf diese Weise eine Tasche zu häkeln, da sie alles aushält und kein Futter braucht.

Für meine späteren Taschen habe ich mir die Muster selbst ausgedacht, sie kamen wie oft im Prozess zum Vorschein. Ich mischte dann verschiedene Garne und bekam interessante Ergebnisse wie die Tasche hier:

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Heute bin ich auf Umwegen auf einige schöne Taschenmuster gestoßen und habe mir gedacht, dass sie euch auch gefallen würden.

Ich biete euch hier drei Ideen für die Verwertung von Wollresten aus mehreren Farben. Na ja, es könnte auch ein größeres Projekt werden, aber übernimmt euch nicht beim Kauf teurer Wolle!

Es geht um Taschen, gehäkelt mit festen Maschen, mehrfarbig und musterbildend.

Vorschlag Nr. 1: ein Modell von Drops.

Vorschlag Nr. 2: noch eine Drops-Tasche.

Vorschlag Nr. 3: für jene, die sich noch nicht an Muster herantrauen – eine Tasche in farbigen Streifen.

Ich wünsche euch drei schöne Tage voller Entspannung und Kreativität!

Eure Bennelle

Bikini selbst häkeln

Brrr, ich friere regelrecht in diesem Frühling in Berlin. Nichtsdestotrotz häkle ich eine neue Serie Bikinitops und bald auch Monokini und Höschen.

Bevor ich meine Projekte kurz vorstelle, schicke ich eine tolle Nachricht für euch vorab, denn mithilfe dieser Anleitungen könnt ihr selber tätig werden. Ich habe sie soeben entdeckt und wollte sie gleich mit euch teilen!

Hier zeige ich euch einige meiner neuesten Modelle, die aus der Stimmung heraus entstanden sind:

Rosa-pinker BH mit luftiger Durchsicht:

Crop-Top aus Grau-Braun-Verlaufsgarn, umrandet durch Braun:

Beigefarbenes Top in Netzoptik:

Die Tops kann man bei mir im Atelier „chain re:action“ in der Schulzestr. 21, 13187 Berlin anprobieren und bei Bedarf extra und nach Maß bestellen lassen. Ich bin normalerweise nachmittags ab 14.00 Uhr da.

Online kann man nur ausgewählte Stücke auf Etsy erwerben.

Liebend gern würde ich einen Workshop zum Thema „Bikini häkeln“ anbieten, wenn genug Leute Interesse hätten. Hinterlasst gern Kommentare.

Frohes Häkeln!

Eure Bennelle

Unisex Poncho

Bei diesem Projekt konnte ich mich so richtig austoben. Ich wollte schon immer einen Poncho häkeln, der mir keine Grenzen setzt und am besten Frauen wie Männern gleichzeitig gut stehen würde.

Ausgehend von zwei farbenfrohen Granny Squares habe ich den Poncho mithilfe mehrerer dekorativer Elemente zu einem Kleidungsstück verbunden. Dabei konnte ich auch eine sehr interessante superweiche Wolle mit Farbverlauf benutzen.

Ich mache mir normalerweise keinen Plan, sondern gehe von der Stimmung oder von der Wolle aus, die meine Aufmerksamkeit auf sich zieht oder die ich frisch erworben habe.

Besonders stolz bin ich auf das Reliefmuster, das ich neulich kreiert habe. Es besteht aus Stäbchen und Krebsmaschen:

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Und so sieht der Poncho auf einem Mann aus, der gerade Salsa vor meinem Atelier tanzt!

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Es ist gerade dir richtige Zeit für Ponchos und ich habe noch einige Überraschungen parat! Seid gespannt und bleibt gut gelaunt und wahnsinnig kreativ!

Eure Bennelle

Wie repariere ich eine Granny-Square-Decke

Vor einiger Zeit habe ich eine Granny-Square-Decke erstanden, die ausnahmsweise nicht aus 100% Synthetik bestand, sondern eine gute Mischung aus Wolle, Baumwolle und Acryl abgab. Die meisten Decken, die in den Second-Hand-Shops auftauchen oder richtig Vintage sind, haben ihre Macken: entweder ist das Material nicht annehmbar oder sie sind schon zermottet oder gerissen.

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Meine Decke ließ sich gut umgestalten: ich habe zwei Armöffnungen eingebaut und sie zu einer langen warmen Weste gemacht. Einige haben schon ein Auge darauf geworfen, aber ich habe sie erst einmal damit vertröstet, dass die Decke leider noch REPARIERT werden muss.

Gestern sah ich mir das gute Stück so richtig unter der Lupe an und biss mir auf die Lippe: mindestens 4 Quadrate waren kaputt und die Umrandung aufgerissen. Was tun? Wie repariert man ein Granny Square, eingearbeitet in einer größeren Arbeit?

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Was tun? Analysieren! Was fehlt? Zwei Reihen. Lösung? Die kaputten Reihen entfernen und neu häkeln.

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Passt bei der Entfernung der Wollreste auf, denn sie sind oft verfilzt. Da hilft oft der Nahttrenner. Mir hat allein diese Arbeit einiges an Zeit und Mühe gekostet.

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So sieht das bereinigte Arbeitsfeld aus 🙂 Nun muss man zwei Reihen wie gewohnt um das kleinere Quadrat herum häkeln. Aber passt auf! Häkelt erst einmal nur die erste Reihe. Bei der zweiten müsst ihr nach jedem Dreiercluster die Stopfnadel zuhilfe nehmen und den lang abgeschnittene Faden durch die gegenüberliegenden drei Maschen der nachfolgenden Reihe durchziehen.

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Ehrlich gesagt, bin war ungemein stolz auf meine Lösung. Ich fühlte mich wie ein Held, der eine unüberwindliche, ja unmögliche Herausforderung mit einer faszinierenden Eleganz  angenommen und ausgeräumt hat. So sah das Quadrat nach der Reparatur aus:

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Tja, schön und gut, aber was tun mit den anderen kaputten Quadraten und mit dem Rand? Manchmal kann man den durchbrochenen Faden doch ein bisschen rausziehen, oft muss man ihn ersetzen, wie auf dem folgenden Bild:

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Manchmal lohnt sich die lange Variante, wie bei diesem Fall:

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Wenn der Rand immer wieder unterbrochen wird, rate ich euch die Reihe durchgehend zu entfernen. Immer von links nach rechts. Dann einfach die Reihe mit festen Maschen neu häkeln.

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Also, geht alles! Nehmt euch aber Zeit und Geduld, viel Geduld, dann wird es klappen.

Oder traut ihr euch das nicht alleine? Dann machen wir einen Workshop daraus! Einfach vorher anschreiben und wir besprechen den Rest.

Ich wünsche euch einen entspannten und reparaturfreudigen Sonntag!

eure Bennelle.

Der Eisprinzessinponcho

Der nächste warme Poncho ist fertig, entstanden aus einem Dreiecktuch und drei Granny Squares.

Was mich bei diesem Projekt gereizt hat, ist die Textur der Quadrate. Ich habe für sie absichtlich anders strukturierte Garne benutzt. Das erzeugt eine angenehme Spannung zwischen dem zentralen dreiteiligen Streifen und dem Rest des Ponchos.

Weiß kann man ja mit allen Farben kombinieren. In diesem Fall habe ich mich für Blau entschieden.

Hier ist nun das Ergebnis:

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Ich hoffe, ihr habt euch dadurch inspirieren lassen und verbleibe mit schönen Grüßen aus dem nebligen Berlin

eure Bennelle

Runde Westen

Ich habe vor 4 Jahren mehrere Teppiche gehäkelt, die sich eigentlich kaum als solche eignen. Sie waren zu dünn für den Boden. Im Vordergrund stand für mich der Kreis als meditatiive Übung. Ein angenehmer Nebeneffekt vom Häkeln im Kreis ist die Tatsache, dass man die Arbeit nie umzudrehen braucht. So ist auch der Farbwechsel mühelos. Ich verarbeitete in den Teppichen ganz unterschiedliche Garne und tobte mich mustermäßig aus.p1020988

Nun war es an der Zeit, die herumliegenden Arbeiten, die keine Funktion hatten, zu tragbaren Kleidungsstücken umzuarbeiten. Zu diesem Zweck muss man einzig und allein zwei Löcher für die Arme ausschneiden, die Ränder gut verarbeiten und … tragen!

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Wenn man eine Nähmaschine hat und sie benutzen kann, würde man einen der Zickzackstiche einstellen und loslegen. Dann ist es ein Leichtes, rundherum einen Rand zu häkeln. Da ich aber eine alte traumatische Erfahrung mit der Nähmaschine mit mir herumschleppe, scheue ich mich immer noch davor eine zu benutzen und greife sofort zu der Häkelnadel.

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Nach diesem Rezept habe ich zwei Teppiche umgestaltet. Eine kleinere Weste in Herbstfarben, die den Namen „Ernte“ trägt, hat die Gr. S oder M hat einen Durchmesser von etwa 80 cm. Aus dem Teppich „Meereswogen“ mit 120 cm Durchmesser entstand eine Längere und breitere Weste Gr. L, XL.

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Diese Projekte verdienen bessere Fotos, die bald folgen sollen 🙂

Ich wünsche euch beste Handarbeitslaune trotz oder gerade wegen des anhaltenden Regens!

Eure Bennelle

Poncho a la Lama

Ein Poncho der ganz besonderen Art ist entstanden, als ich zwei Produkte aus Lamawolle verbunden hatte.

Wolle geht, wie ihr alle wisst, ein, wenn sie heiß gewaschen wird. So ist es wohl auch mit dem Lamaponcho geschehen, bevor er in meine Hände geraten ist. Er sah wie ein Rock für ein Mädchen aus – so eng war die Halsöffnung gewesen. Ich habe sie erweitert und mit einem Schal aus Lamawolle ausstraffiert. Da ich die Nähmaschine immer noch scheue, habe ich als Verbinder eine wunderbar weiche Merinowolle benutzt und einen straffenden Rand um den Hals gehäkelt.

Das ist das Ergebnis: ein Poncho a la Lama 🙂

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Wie findet ihr den Poncho?

Kommentare sind willkommen 🙂

Eure Bennelle