Warme Experimente

Ich liebe es mit Schurwolle zu arbeiten. Dabei will ich immer neue Ufer erforschen. Ihr erinnert euch bestimmt an die Spitzendeckenmuster, die ich auf Wolle übertragen habe. Im Ergebnis entstehen wundervolle Dekostücke, die durch das anschließende Verfilzen in der Waschmaschine fest und formstabil bleiben. Mein neuestes Experiment in punkto Spitze ist der Blumenteppich:

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Er eignet sich gut als Deko auf dem Boden, auf einem Sessel, auf einer Bank als Sitzauflage oder an der Wand als Wandbehang.  Der Teppich hat die Maße 100×39 cm und ist in meinen Shops auf Dawanda und Etsy zu erwerben.

Mein nächstes Produkt ist sehr interessant und für mich selbst eine Riesenüberraschung. Dieses kleine Quadrat (30 Quadratzentimeter mit den Fransen) hat 250 g Wolle gefressen und wurde weder gehäkelt, noch gestrickt, noch gewebt. Es handelt sich bei ihm um einen sogenannten Pompomteppich, den man um einen improvisierten Rahmen wickelt!!!

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Nach dem Verfilzen, verfestigten sich die Pompoms zu kleinen Noppen, die das Produkt 3 cm dick in die Höhe treiben. Das Quadrat kann als Stuhlkissen benutzt werden (passt genau auf einen Kinderstuhl) oder als kleines Sitzkissen (auch zum mitnehmen für draußen – Balkon, Joga, Wiese). Die Fransen habe ich eine halbe Stunde lang auseinanderrupfen müssen, denn sie waren sehr stark verfilzt.

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An der Wand macht sich die Struktur des Textilexperiments auch sehr gut. Ein Stück Vollkommenheit im Quadrat. Dabei kann die Wolle in diesen warmen Farben auch eine Metallwand oder Gestein veredeln.

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Weitere Textilexperimente folgen. Woran arbeitet ihr gerade?

Eure Bennelle.

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Barfußsandalen „Wiesenhochzeit“

Es gibt ein Produkt, das bei DaWanda immer läuft: das sind meine Boho-Barfußsandalen. Sie wurden schon von zwei Mädchen wunderbar in Szene gesetzt und fotografiert.

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Seit etwa einem Jahr wird speziell dieses Modell auch für Wiesen- und Strandhochzeiten gekauft. Gestern hatte ich das große Glück endlich ein Bild von einer Kundin zu bekommen, die kürzlich auf der Wiese ihr Glück fürs Leben abonniert hat. Sie hat mir erlaubt, euch das Bild zu zeigen:

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Es ist das schönste Gefühl, das glückliche Echo von beglückten Menschen zu bekommen!

Eure Bennelle

Das geometrische Wunder: Jacke aus Hexagonen

Mich kann man nicht so leicht beeindrucken, aber wenn ich etwas GENIAL finde, dann ist es super, super, super EASY!!!

Ja, wie kommt man auf solche einfachen Dinge?

Neulich entdeckte ich ein Bild auf Pinterest, das mich verführt hatte, sein Ursprung herauszufinden. Auf diesem Wege kam ich zum Blog von Kirsty !… Dort erwartete mich eine Überraschung: die Häkeljacke, die meine Aufmerksamkeit geweckt hatte, bestand aus…. zwei Hexagonen!!! Wie denn das? Klickt den verlinkten Blog und ihr werdet es erfahren.

Für diese unter euch, denen English schwer fällt, fasse ich kurz zusammen: es werden zwei gleiche Hexagone gehäkelt, alles nach den Regeln der Granny-Kunst: Bündel von je 3 Doppelstäbchen mit je einer Kettmasche dazwischen und an den Ecken ein Dreier, 3 Kettmaschen, ein Dreier. Das ist alles.

Der Zauber entfaltet sich erst nach mehreren Reihen. Das Hexagon fängt an zu kräuseln: gut so!!!

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Je kräuseliger, desto besser, denn irgendwann erreicht man die wünschenswerte Figur: wenn man das Werk genau auf die Hälfte aufeinander faltet (Spitze gegen Spitze, also 3 gegen 3), bekommt man ein L. Das ist nun die Hälfte der Häkeljake. Die andere L kommt dazu, in der Mitte wird der Rücken vernäht und verhäkelt, dann werden die Quernähte oben zugemacht und fertig ist das Kunststück!!! Genial!

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Nun, meine Wolle war hier zu Ende und ich konnte die begehrenswerte L-Form kaum erreichen. So drehte ich zuerst die Figur  um und gestaltete ein sehr interessant aussehendes Kleidungsstück:

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Wirklich ausgefallen! Vielleicht sollte ich es dabei belassen!

Aber ich wollte herausfinden, ob mit meinem nicht vollständigem L doch noch eine ordentliche Jacke hinbekommt und drehte die Form wieder um:

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Es geht. Die Wolle ist so dick, dass diese Jacke sowieso den Oberkörper aufbauscht, aber es ist schon interessant, das der Angelpunkt jeder Hälfte gerade unter den Achseln liegt 🙂

Die von mir benutzte Wolle heißt „Elements Mix“ von Schachenmayr. Ich habe sie mit Nadelstärke 10 gehäkelt. Nach 7 Reihen bekam ich meine noch nicht voll ausgereiften „L-s“.

Auf meiner Schaufensterpuppe sieht die Jacke fluffig schick aus 🙂

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Ich habe mich nach einiger Zeit gegen den Knopf entschieden: man kann die Jacke mit einer großen Tuchbrosche zumachen und das würde eleganter aussehen.

Die Hexagone habe ich miteinander verhäkelt: in den Zwischenräumen, also in den Kettmaschen habe ich eine feste Masche gehäkelt, dann eine kurze Kette aus drei oder vier Luftmaschen, dann wieder eine feste Masche in den Zwischenraum. So sieht diese Naht von außen aus:

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Ich möchte dieses geometrische Wunder weiter erforschen und hoffe, dass ihr auch der Meinung seid: es ist erstaunlich einfach und wirkungsvoll!

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Die Granny-Jacke ist nun auf DaWanda zu haben.

Auf zu neuen Abenteuern!

Eure Bennelle

 

 

Impressionen aus fashion exchange 2014

Wieder ist ein Marktwochenende vorbei. Für kleine und unabhängige Labels ist es sehr schwer den passenden Messeort und -tag zu finden, der viel Publikum anlockt und wo es richtig zur Sache geht. Fashion exchange war diesmal zweitägig…. mit einem kurzen Presale am 8.3. und dem eigentlichen Verkaufstag am 9.3. Es war richtig entspannt am Vorabend und ich fand es besonders schön, die KollegInnen kennenzulernen, ohne Stress  mit ihnen zu plaudern. Presale war eigentlich das falsche Wort dafür.

Mein Stand hatte zum ersten Mal eine klare Linie, da ich auf alles verzichtete, was nicht Spitzenschmuck war.

 

Nur zwei BH-Tops habe ich zum Vorzeigen mitgenommen und 5 Minuten vor Marktschluss wurde der Schwarze weggeschnappt. Heute häkle ich noch das Höschen dazu.

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Es war richtig spannend, die Reaktion der Kunden auf den Spitzenschmuck zu beobachten. Wenige haben gekauft, aber viele mochten die „süßen“ Teile und gaben mir Auftriebswind für neue Kreationen.

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Schmuck war auf dem fashion exchange reichlich vertreten. Ich habe einige der Stände fotografiert, damit ich die Vielfalt auffangen konnte.

Meine Nachbarin war Kati Schön – schön in jeder Beziehung – von dem Standaufbau über ihre filigranen Arbeiten bis zur Kati selbst. Alles perfekt!

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Es gab für jeden Geschmack etwas.  Ich mochte den üppigen Stil der aus Draht gehäkelten Colliers mit vielen Perlen an diesem Stand:

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Aber am meisten beeindruckt hat mich die Kunst von Alena. Sie hat mich beim Presale besucht und meinte, wir würden ähnlich arbeiten. Ich konnte mir kaum vorstellen, wie aus Plastik etwas Spitzenähnliches entstehen kann. Meine Überraschung war groß, als ich ihre Arbeiten erblickte:

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Luftig, grafisch sauber, dreidimensional, fein, stilvoll.  Einfach klasse! Auch der Standaufbau von Alena war sehr kreativ.

 

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Voll mit Ideen und Zuversicht starte ich in die neue Woche und euch allen wünsche ich den Frühling im Herzen.

Eure Bennelle

 

 

Der Babyelefant

Kompakt, rund, lustig, bunt sollte er sein. Ich wollte aus einer Kugel heraus einen Babyelefanten zaubern, gut genug für kleine und große Babys. Zum Herumtragen, Kuscheln, Schlafen, Spielen.

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Es war keine leichte Aufgabe, aber die meisten Probleme hat mir der Rüssel bereitet.

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Jetzt ist er fertig, abgelichtet und zum Verkauf  freigegeben.

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Ich werde weiter daran basteln, die runde Form für andere Tiere zu designen und festzuschreiben. Mein Ziel ist eine ganze Kuscheltier-Reihe zu entwickeln, die rund und kompakt ist. Hoffentlich gelingt mir das.

Dieses Wochenende gönne ich mir eine Pause vom Häkeln (wenn keine Bestellung hereinfliegt :))

Euch wünsche ich Besinnlichkeit und Energie,

eure Bennelle

 

Der Meditationsteppich

Im Zuge meiner Experimente mit Wolle, Häkelei und Filzen, habe ich mal einen kleinen Teppich erschaffen, der als Amulett gegen den Bösen Blick fungieren sollte. Heute habe ich ihn in mein Dawanda-Shop als Meditationsteppich eingestellt. Ob jemand daran Gefallen findet?

Mehr darüber könnt ihr in meinem Blog: Die Teppichmacherin lesen (auf „Teppiche“ in der Seitenleiste  oben klicken).

Im nächsten Artikel zeige ich euch meinen kompakten Elefanten.

Eure Bennelle

Amigurumis aus dem Gefängnis

In letzter Zeit wimmelt es so an Berichten über Yarnbombing und gemeinnützigem Häkeln und Stricken, aber heute habe ich mit Bewunderung einen Artikel gelesen, der von Insassen im Staatgefängnis Folsom in den USA erzählt, die Amigurumis, Schals und Decken für Menschen in Not häkeln.

Zu dem Artikel gibt es eine kurze Videoreportage: sehr empfehlenswert. Die Amigurumis, die ich im Video zu Gesicht bekommen habe, waren mehr als beeindrückend. Und alles wird einzig und allein von Männern hergestellt, die bis vor Kurzem nicht wussten, wie man eine Häkelnadel in der Hand hält.

Häkeln und Stricken bringt den Männern hinter den kahlen Wänden viel: eine sinnvolle Beschäftigung, einen guten Zweck, eine neu entdeckte Weichheit und veränderte Einstellung gegenüber der Umwelt draußen.

Eure Bennelle