Tunesische Fliegen

Den Tag der Handarbeit (gestern) verbrachte ich leider nicht draußen, sondern zu Hause. Ich habe es total vergessen – wollte doch ein paar Mützen für die Tafel abgeben. Na ja, gearbeitet habe ich aber hart und zwar am TUNESISCHEN HÄKELN.

Anlass für meine Beschäftigung mit dieser besonderen Häkeltechnik war die Tatsache, dass ich meine geplanten Fliegen nicht fest und formschön genug hinkriegen konnte. Ich versuchte es mit einer Kombination aus Halbmaschen und Reliefmaschen, was bei einer dickeren Wolle und kleineren Nadel schon mal gelungen war:

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Doch ich wollte weiter gehen und neue und schöne Muster ausprobieren. Dann erinnerte ich mich an die tausendmal gesehenen tunesisch gehäkelten Arbeiten in den amerikanischen Häkelkreisen, wo ich tagtäglich schwimme. Ich habe sie immer leicht übergangen, da sie mir zu moderat und altbacken vorkamen. Aber für meinen Zweck wäre tunesisch doch eine gute Idee!

Ich habe mir ein paar Videos angeschaut und bin gleich zur Tat gestritten. Zuerst häkelte ich eine Fliege im herkömmlichen tunesischen Stil:

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Hier wird die Stabilität durch die doppelte Garnführung und der kleinen Nadel zusätzlich verstärkt.

Dann habe ich den Strickstich ausprobiert: herrlich!!!

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Das Maschenbild sieht von hinten so aus:

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Und so habe ich die Fliege hinbekommen:

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An den Rändern kann ich noch arbeiten. Aber das Maschenbild ist schön ebenmäßig, was ich mit zwei Nadeln nie so hinkriegen könnte!!!

Eine noch schönere Übung waren die Streifen, also Farbwechsel beim Strickstich:

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Ich spielte ein bisschen mit den Farben herum. Dann entschied ich mich nur für Streifen und beim Zurückhäkeln stellte ich fest, dass ich den Farbwechsel vertikal getrennt handhaben kann… d.h. viele Möglichkeiten sind gegeben. Auf dem Bild unten sieht ihr die getrennten Balken:

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Da ich doch kurzfristige abgeschlossene Projekte haben wollte, häkelte ich aus diesem Streifen die nächste tunesische Fliege:

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Auf diese Fliege bin ich echt stolz.

Aber zu brav wollte ich auf keinen Fall bleiben, also nahm ich einen Ball gröbster naturbelassener Wolle, die ich in Nessebar, Bulgarien vor 2 Jahren gekauft hatte und die sich ganz schlecht filzen ließ, und häkelte daraus meine nächste ungewöhnliche Fliege (natürlich wieder auf  Tunesisch):

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Sie ist doppelseitig, also zwei Mal gefaltet und zusammengehäkelt, dann mit dunkelroter Wolle umhäkelt. Von hinten sieht die FLiege so aus (ich verwendete dafür einen anderen tunesischen Stich):

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Den Mittelstreifen häkelte ich ein bisschen länger und dann fand ich diese Lösung: nicht Umwickeln, sondern zubinden und die Enden wie eine zweite Schleife festziehen.

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Wie findet ihr diese Idee?

Ich habe noch einiges produziert, aber wurde immer von der Tatsache eingeengt, dass ich für diese Technik doch spezielle Instrumente brauche: wenn man etwas häkeln möchte, das breiter als 10 cm ist, muss man sich die Verlängerungen für die Nadeln besorgen. Morgen versuche ich es in meinem Wollladen und werde sie euch zeigen.

Sonst bin ich total von diesen neuen Horizonten im Häkeln begeistert und bekam eine Menge neue Ideen.

Wenn ihr Interesse am tunesischen Häkeln habt, könnt ihr euch die nützlichen Videos von Redaktion Hug anschauen. Sie haben mir gestern beim Einstieg geholfen. Es sind mehrere kurze Videotutorials zum Thema, da es auch mehrere Variationen des tunesischen Häkelns gibt.

Nun wünsche ich allen frische Begeisterung und süße Träume, denn es ist in Berlin kurz nach 2 Uhr und ich muss ins Bett.

Eure Bennelle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tabelle für Kreise und Kugeln

Wenn man sich einigermaßen selbständig in der Häkelwelt bewegen kann, möchte man auch selbst Muster und Formen entwickeln. Ich arbeite fast ausschließlich im Kreis und passe mich den Umständen an. Grundwissen muss man aber haben und am besten wäre ein Hilfsmittel, das immer zur Hand ist, damit der Kreis nicht teuflisch wird. Ich hatte heute das Glück diese wunderbare Tabelle bei Anett  zu entdecken. Sie hat sie freundlicherweise auf ihrem Blog  zur Verfügung gestellt.  Nicht nur das, sie erklärt sie auch ausführlich. Besonders wichtig sind neben den Zunahmen die Abnahmen (z.B. beim Häkeln von Mützen) – und die gehen so: man liest die Tabelle von rechts nach links. Mehr Nützliches und Schönes aus der Häkelwelt gibt es auf www.ribbelmonster.de.

Ausschreibung für Textilkunst-Ausstellung

Seid ihr bereit für die nächste Herausforderung? Habt ihr Lust in den Staaten euer Kunstwerk aus Stoff, Garn oder Wolle ausstellen zu lassen? Dann ist folgende Ausschreibung für euch bestimmt verlockend.

The Felting and Fiber Studio lädt nicht nur amerikanische Bürger, sondern Künstler aus aller Welt zu einer Ausstellung zum Thema „Shelter“ ein. Die Arbeit muss bis 15. August fertig  und abgelichtet sein. Mit den Fotos könnt ihr euch erst einmal digital bewerben.

Alle Informationen und das Teilnahmeformular findet ihr hier:

http://tangledfiberartscollective.wordpress.com/calls-for-entries/?blogsub=confirmed#blog_subscription-2

Ich finde das Thema sehr inspirierend.  Ob lokal (als Unterschlupf, Unterkunft, Obdach, Schutzraum) oder übertragen (Schutz, Zuflucht, Asyl), oder sogar metaphysisch verstanden, bietet das Motto unendliche Wege und Darstellungsmöglichkeiten an.

Das Werk auf dem Artikelbild könnte für mich ein ausgezeichnetes Beispiel zum Thema „Shelter“ sein.

Und dieser Wandbehang  stellt für mich das Tor zu einem Refugium dar.

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Andere könnten das Thema durch eine Höhe in den Felsen, ein Loch in der Erde oder als ein Baumhaus interpretieren. Wenn jemand sich nur in seiner Fantasiewelt sicher zurückziehen kann, könnte eine fliegende Insel oder ein Märchenland der Ort der inneren Sicherheit sein.

Beide Bilder habe ich bei Elisabeth (www.aestheticshelter.com) gesichtet. Ihr Blog ist ein inspirierender Rückzugsort. Sie schreibt: „I search for beauty. Whether it is in it’s purest form, in imperfection or even in ugliness.“ Sie fängt mit ihren Fotos die Schönheit in ihrer reinsten Form ein und unterstreicht sie durch ihre begeisternden Texte.

 

 

 

 

 

Feuer

Für die Kunst gibt es kein Alter – man kann auch mit 80 seine schöpferische Kraft entdecken und zum Leuchten bringen. Ich hatte vor vielen Jahren eine Reportage über eine russische Oma irgendwo weit im Norden gesehen, die mit 83 angefangen hat naive Bilder zu malen. Ihre Welt war völlig in Ordnung: zufrieden, rund und bunt. Ist das nicht sie schönste Art seine weisen Tage zu verbringen?

Der Quilt auf dem Titelbild stammt von Terry Grant. Sie ist 67  und hat die Textilkunst erst vor 10 Jahren für sich entdeckt. Mit diesem Werk nimmt sie an der Ausstellung „Elemente“ im Cultural Arts Center in Oregon, Northwest, USA teil. Sie erzählt in einem Interview, dass die Natur sie täglich aus dem Fenster grüßt, während sie in ihrem kleinen Studio über zwei Nähmaschinen herrscht und Musik hört. Bei dem Thema „Elemente“ musste sie an das Lagerfeuer denken, das sie so liebt. An die Bewegung der Flammen gen Himmel – in ihren verschiedenen Formen und Farben, flatternd in der Dunkelheit wie Schmetterlinge. Auf dem Quilt hat sie diesen Zauber  der Glut und des hitzigen Lichts wunderbar eingefangen – es ist kein Stillleben, das sie erschaffen hat, sondern ein höchst lebendiges Gemälde, voller Bewegung, Farben und Tiefe.

Auch Elizabeth Bamberger, ursprünglich aus England, entdeckt ihr Talent erst spät. Die 71-Jährige bildet auf ihrem Werk die Felsen in der Wüste ab. Mit Stoff und Faden. Ihre Striche sind weich und großzügig.

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Ich hätte gerne einen näheren Blick auf diesen Quilt geworfen, um die winzigsten Details entdecken zu können, die die Farben so wunderbar miteinander vermischen, dass die Grenzen zwischen den einzelnen Stofffetzen einfach verschwinden.

Ich hege höchsten Respekt vor Textilkünstlern, vielleicht weil ich mich in Details eher verlieren würde. Und immer wieder muss ich den Hut vor der menschlichen Fähigkeit ziehen, Wunder zu erschaffen – mit Inspiration, Stoff und zwei flinken Händen.

Das Bikinihöschen

Man wartet manchmal sehnsüchtig nach Aufträgen und wenn sie endlich da sind, rast das Herz. So ist es ebenfalls bei mir. Kundenaufträge sind so eine Sache – zwar hat man die Bekundung, dass das Produkt abgenommen wird, aber da es sich um Einzelstück handelt, weiß man nicht, ob es dem Kunden doch gefällt.

Ich habe vor 2 Tagen eine Anfrage bekommen, ob ich zu diesem Bikinitop das passende Höschen häkeln könnte:

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Aber klar. Ich hatte mich eigentlich bis jetzt vor den Höschen verdrückt, da sie nicht so leicht zu handhaben sind. In meinen Online-Shops und in der Galerie „Tops“ findet ihr nur Bikinitops und keine komplette Ausstattung. So viele unterschiedliche Körper mit ihren eigenen Formen und Frauen mit verschiedenen Vorlieben. Zwar habe ich Höschen gehäkelt, aber nie war ich wirklich glücklich damit.

Ein Auftrag – eine konkrete Aufgabe. Also habe ich erst einmal das Garn wieder besorgt (und die allerletzten 3 Knäuel im Laden für eine Woche reserviert!) und dann auch Elastikfaden gekauft.  Es heißt Strick-Elastic und sollte zur besseren Elastizität des Höschens beitragen. Immerhin war das Hauptgarn reine Baumwolle, die sich ziemlich verformt, wenn sie belastet oder befeuchtet wird. Ich weiß nicht, ob das eine kluge Entscheidung war – sie war gut gemeint, aber sehr unpraktisch. Der elastische Faden hat mir so viele Probleme beim „Mitlaufen“ bereitet, dass ich in Zukunft darauf eher verzichten würde.

Das Höschen sollte am Bund mit der Spitze des Oberteils anfangen und dann  nicht zu knapp ausfallen.  Nach einer langen Nacht und die Begrüßung der Sonne gegen 5 Uhr morgens entstand diese Höchstleistung:

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Die Sache mit der Spitze war nicht so leicht zu lösen. Ich entschied mich für diese Extra-Verlängerung nach unten – ein bisschen wie Peter-Pan-Kragen. Die Ränder habe ich doppelt umrahmt. Da der Farbverlauf des Garnes so lang ist, sieht man vorn nur das Apfelgrün, erst hinten entwickelt sich die Olive und das Braun.

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Die Frage mit den Bändchen habe ich so gelöst, dass zwei lange Bänder jeweils vorn und hinten durch die Spitze durchgezogen (für die bessere Justierung und Halt) und seitlich gebunden werden.

Ein Knäuel von Kappa color von Lang (50 gr) hat für das Höschen nicht gereicht. Ich habe für die Bändchen und z.T. für die Spitze zwei andere Baumwolgarne benutzt.

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Bei diesem eher dünnen Garn musste ich für den Bund mit der Spitze 60 Maschen anschlagen.

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Normalerweise häkelt man das Höschen von hinten nach vorn. Die engste Stelle für den Schritt habe ich hier mit 11 Maschen gehäkelt. Ich schätze, dass man bis 7 Maschen herunter gehen kann. Bei anderen, ausgeschnitteneren Modellen, muss man sogar bis 6 M herunter gehen. Bei dem Minikini z.B. reicht ein Knäuel satt für Top und Höschen. Natürlich ist er auch viel schneller gehäkelt. Aber die meisten Frauen ziehen eine moderatere Form vor, besonders bei den Höschen.

Meine Fensterpuppe verträgt die neu entstandene Kombination ziemlich gut 🙂

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Zurück zum Elastikfaden: was beim Top so toll ebenmäßig aussieht, konnte ich beim Höschen nur mit den festen Maschen im Schritt einhalten. Leider hat mich der Mitlauffaden bei den Halbstäbchen und Stäbchen ziemlich daran gehindert, ein ebenmäßges Maschenbild zu erreichen. Ich hoffe, die Kundin sieht darüber hinweg. Ich selber hatte heute den ganzen Tag Herzschmerzen vor lauter Nervosität. Ich mag eben gut ausgeführte Arbeit und habe mich total darüber geärgert, dass bestimmte Stellen löchriger geworden sind.

Die große Erleichterung kam, als die Kunden, den Fotos nach, das Höschen abgenommen hatte.

Dann hat sie auch über einen Fußschmuck nachgedacht. Ich wollte ihn passend zu dem Bikini gestalten, doch sie neigte zu einer anderen Farbe. Meine Annäherung an ihre Vorstellungen sah dann so aus:

Barfuß-Sandalen, rost

Ich habe schon das Gespür für den Fußschmuck entwickelt und es gelingt mir leichter neue Modelle zu entwerfen. Übung macht den Meister. In diesem Fall habe ich nicht Baumwolle, sondern ein dünnes Garn aus Polyacryl und Nylon verwendet. Super weich und federleicht. Häkelnadel Nr. 2,5.

Der Tag war lang und verregnet (der Regen trommelt auf unseren Dachfenstern schon seit 12 Stunden!) und deshalb verabschiede ich mich mit dem letzten Schluck Wein und wünsche euch

Gute Nacht!

Eure Bennelle

P.S. Die Barfuß-Sandalen sind hier zu erwerben. Und hier findet ihr noch ein Paar Fußschmuck von mir.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schicker Mantel aus Granny Squares

Was haltet ihr von dem Mantel auf dem Foto oben? Ist er nicht herrlich? Sieht kompliziert aus, nicht wahr. Eigentlich besteht er fast nur aus Granny Squares, diese Quadrate, die wir normalerweise als total altmodisch und omahaft abtun.  Aber wenn die Farben richtig zueinander passen, fallen alle Vorurteile weg und es bleibt nur die Bewunderung für die Künstlerin.

Zu dem Mantel bin ich auf Umwegen gekommen. Ich habe vorgestern ein ganz besonderes Oma-Quadrat im Internet entdeckt:  das sog. Granny Square „Somalia“ od. „African flower“ und verliebte mich auf der Stelle darin.

Ich habe sie in einem Blog als Meditationsmandala gefunden und gleich nachgehäkelt. Ich habe mich im Nu darin verliebt. Eine sehr schöne Videoanleitung dafür hat Elizza auf Youtube eingestellt. Sie ist in englischer Sprache. Ich war bemüht, eine deutschsprachige Anleitung zu finden (für alle, die die englische nicht folgen können), aber blieb bei diesem Bild hängen: Name auf Deutsch unbekannt.

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Wenn jemand von euch die Bezeichnung auf Deutsch kennt, wäre ich sehr dankbar für eine kurze Notiz oder Kommentar.

Der Mantel

Den wunderschönen Mantel habe im Blog der Rumänin Eveline Salt entdeckt. Hier ist eine farblich noch beeindruckendere Variante:

Eveline teilt in wenigen Bildern mit, woraus der Mantel besteht und wie die Ärmel vernäht werden. Fortgeschrittene Häkler können den Mantel entziffern. Ich bin ziemlich beeindruckt von ihm und könnte es versuchen, aber in einer kürzeren und leicht abgeänderten Form.

Und auf diesem Foto sieht ihr die ganz normalen Oma-Quadrate:

Übrigens…

Und wenn ihr Lust auf farbige Akzente in der Wohnung habt, könnt ihr diese kostenlose deutschsprachige PDF-Anleitung  herunterladen und prächtig bunte Kissen aus diesen Quadraten häkeln.

Ich arbeite momentan an drei Projekten, die ähnliche Motive aufweisen. Es fasziniert mich die Vielfalt an Farben und Häkelmuster, die dabei entstehen können, und die schier unbegrenzte Art der Formen, die man erreichen kann.

Gute Nacht von mir und frohes Häkeln,

Eure Bennelle

Barbie zweckentfremdet

Habt ihr schon von der Eröffnung des Barbie-Dreamhouse in Berlin gehört? Es war am Donnerstag, vor zwei Tagen. Direkt hinter Alexa steht jetzt ein Riesenschuh in rosa, ein paar gestylte Bäumchen und ein Rosaschloss. 

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3 Monate soll dieses Ungetüm in Berlin Geld machen, bevor es abgebaut und irgendwohin wieder verpflanzt wird. Ein Blondinenwitz.

Aufregung an allen Fronten.

Auf dem Highheel-Brunnen baut sich später eine halbnackte junge Frau, die ein brennendes Barbie-Kreuz hoch hält und auf deren Brüsten  „Life in plastic is not fantastic“ steht. Die Aktivistinnengruppe „Femen“ nutzt die Eröffnung des „Barbie Dreamhouses“ in Berlin, um ein Zeichen zu setzen.

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Dann erscheinen auch die  Aktivisten der Bewegung „Occupy Barbie Dreamhouse“, die auf Facebook 2000 Unterstützer haben, junge Männer in Röcken und mit Perücken. „Magst du mich jetzt?“ lautet die Aufschrift vor dem pinkfarbenen Hemd. Es wird blond posiert.

Eröffnung Erlebniswelt Barbie Dreamhouse in Berlin

Auf der Kundgebung vor der Weltzeituhr am Alexanderplatz  versammeln sich 200 Barbie-Gegner, alle ausgerüstet mit Stickern: „Riots not diets“. Sie sind gegen den Profit, der mit den Träumen von Mädchen gemacht wird.

Die Polizei rückt an mit schusssicheren Westen. Der Themenpark wird fast am ersten Tag wieder geschlossen.

Den Veranstalter lässt der Protestunberührt. „Die Kernzielgruppe ist die der sechs- bis zwölfjährigen Mädchen, nicht die der Mittzwanziger mit soziodemografischen Messages“, sagt der Geschäftsführer Christoph Rahofer in einem Interview.

Gestern um 17:56  Uhr nehme ich an der Pro-Contra-Umfrage von „Tagesspiegel“ teil und das Ergebnis überrascht mich nicht:

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Das Barbie-Dreamhouse hat am Alexanderplatz eröffnet. Werden Sie es mit Ihren Kindern besuchen?

Danke für Ihre Stimme.

  • Ja, das Haus bietet ein abwechslungsreiches Freizeitangebot für meine Kinder.[457 Stimmen]
    27%
  • Nein, denn es vermittelt meinen Kindern veraltete und klischeehafte Geschlechterrollen.[1241 Stimmen]
    73%

Gesamt: 1698 Stimmen

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Das war gestern.

Heute suche ich nach Möglichkeiten, Barbies wiederzuverwerten. Meine Tochter (nur die eine!) hat mit ihnen (oder nachgemachten Kopien) als 10-jährige gespielt. Der Wahn hat vielleicht 2 Jahre gehalten. Ich hatte die Wände ihres Bettes mit Rosafolie beklebt. Kann man wieder abmachen… Dann sind wir umgezogen und das Rosabett blieb, wo es war, und geriet in Vergessenheit.

Barbies Maße, hochgerechnet 99-46-84, wurden schon wissenschaftlich untersucht. Angeblich würde sie vornüberfallen, wenn sie echt wäre. Nun, wenn sie nicht selber stehen kann, machen wir ihr Füsse! Zum Beispiel indem wir sie und ihre Freundinnen in Kickerinnen verwandeln:

Die chilenische Design-Studentin Catalina Villa hat für einen Wettbewerb folgenden Beitrag geliefert: Barbie-Besteck  – extra langbeinig.

Barbie Doll Spoons Photo

Es gibt auch etliche Möglichkeiten, aus den Körperteilen der Plastikgöttin Schmuckstücke herzustellen:

– eine Kette der tausend Plastiklächeln:

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– Ohrringe aus Plastikhänden:

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– den „Ken-liebt-Barbie-Aufhänger“:

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– die Plastik aus Blastikbeinen:

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Kunst mit Barbie ist das Thema von Margaux Lange    http://www.margauxlange.com/. Es dreht sich auf ihrer Homepage alles um Verwertung von Barbieteilen:

Am schönsten fand ich ihre Ringe, bestehend aus Barbiepumps:

Und wenn ihr doch etwas Praktisches aus einer Barbie-Puppe zaubern wollt, bietet sich der Schmuckständer an.

Habt ihr andere Ideen? Her damit!

Einen schönen Sonnabend wünscht euch

Bennelle

 

 

 

 

 

 

Gemüse zum Schreiben

Wie gesund schreiben wir? Wenn wir überhaupt etwas per Hand aufschreiben… Ich habe schon längst festgestellt, dass ich meine Handschrift fast nicht mehr erkennen kann – so verwachsen bin ich mit der Tastatur!

Vor einiger Zeit habe ich etwas so Erfrischendes entdeckt, dass ich es gleich „Neu“ häkeln musste: Gemüsehüllen  für Kugelschreiber oder Bleistifte. Zuerst häkelte ich den Rumpf einer Möhre nach und dachte mir das Grünzeug selbst aus, dann schuf ich ein Brokkoli-Röhrchen, worauf ich sehr stolz bin.

Vegetarische Schreiber

Die Idee und eine Anleitung für Möhren und andere Gemüsesorten habe ich bei Twinkie Chan gefunden. Für das Röhrchen braucht man einen Magischen Kreis, in den man 6 feste Maschen häkelt. Weiter geht es wie beim Amigurumi-Häkeln in Spirale ohne Abschluss einzelner Reihen. Man häkelt nur feste Maschen. Da das Röhrchen eng ist und man sich leicht verzählen kann, habe ich die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, wenn man den Stift schon mal hineinführt und um ihn herum weiter häkelt.

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Den Brokkoli-Kopf habe ich nach Gefühl gestaltet. Man kann sich so einiges Ausdenken. Viele Gemüsesorten lassen sich so stilisieren, dass sie einen Stiel und einen Kopf bekommen.

Kugelschreiberhüllen oder Bleistifthüllen haben auch andere gehäkelt. Hier findet ihr Anweisungen und Ideen.

Bleibt gesund und schreibt eifrig weiter mit der Hand :),

eure Bennelle

 

 

Barfuß-Sandalen häkeln

Manchmal sind Zufälle echt unheimlich.

Ich wollte gerade einen kurzen Artikel zur Anleitung für Barefoot Sandals schreiben, die ich gestern entdeckt habe, und siehe da, es fliegt mir die Info aus einem deutschen Blog zu. Ich beäugle diese Fussdekoration schon sehr lange und wollte schon ewig auch selbst kreativ eine oder mehrere solche gestalten. Gestern habe ich den Anfang gemacht, aber war nicht zufrieden. Heute habe ich anhand von mehreren Anleitungen, die ich gesammelt und angeschaut (Video) habe, meinen eigenen Fußschmuck gehäkelt. Und so sehen meine Barfuß-Sandalen aus:

Mein Fußschmuck

Zwar habe ich jetzt meine eigene Variante erstellt, aber die Anleitung dazu gibt es noch nicht. Außerdem möchte ich noch mit verschiedenen Garnen und Mustern herumexperimentieren, bevor ich eine Anleitung schreibe.

Aus diesem Grund biete ich euch eine kleine Sammlung von Anleitungen an, die euch helfen, selber Fußschmuck zu häkeln:

1.

Nicole hat nicht nur parallel mit mir gedacht, sondern auch was getan: sie hat auch nach Mustern gesucht, nicht zufrieden damit gewesen und ein Paar sehr schöne Sandalen gestrickt. Die Anleitung dazu könnt ihr  in ihrem Blog nachlesen. Wohlbemerkt: diese Fußdeko ist gestrickt, nicht gehäkelt!

 

2.

Bei meiner Suche nach kostenlosen Anleitungen bin ich auf mehreren gestoßen, aber eine hat mir besonders gefallen, und zwar diese von Julie King.

 

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Sie hat sich darauf spezialisiert, diese Art Sandalen zu häkeln. Außerdem hat sie sich fest vorgenommen, jeden zweiten Tag neue Muster zu entwickeln. Den Vorsatz mit der Musterentwicklung werde ich bald auch irgendwo fest anschlagen und danach weiter arbeiten. Nur muss ich zuerst die Kunst der Verschriftlichung solcher Muster auf Deutsch und Englisch erlernen.

Zurück zu den Sandalen: hier könnt ihr die Anleitung nachlesen.

3.

Eine andere Version der „unsichtbaren Sandalen“ mit nur einem Strang und Holzperlen  zeigt  Michael Sellick   in seinem Youtube-Tutotial. Sehr einfach, klar nachvollziehbar und einfach schön. Die Holzperlen kann man beim Bastelshop erwerben oder eine billige Kette auseinandernehmen… Hier geht es zum Video.

 

4.

Wenn man genug kann und gleich selber die Sandalen kreieren möchte, braucht man trotzdem eine grundlegende Informationen, z.B. wie man den Fuß abmisst und die einzelnen Teile der Sandalen ausrechnet. Dazu habe ich ein Videotutorial entdeckt. Schaut einfach hier rein.

5.

Die Dreieck-Variante in der einfachsten Form bekommt ihr in diesem Videotutorial erklärt. Das Schöne bei den Videos ist immer die zusätzliche Information, also kleine Feinheiten und Details, die man mitbekommt. Und man kann das Video immer stoppen und zurücklaufen lassen, damit man alles nachvollziehen kann.

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Die Granny-Square-Variante des Dreiecks oben zeigt Claire (die Stimme hinter bobwilson123) in einem anderen Tutorial auf Youtube.

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Clair bietet eine Vielfalt an kostenlosen Häkelanleitungen auf ihrem Blog (http://www.bobwilson123.org/) an.

Das war meine kleine Barfußsandalen-Zusammenstellung. Ich hoffe, ihr habt Spaß daran und vor allen Dingen NUTZEN!

Schönen Gruß,

Bennelle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Teppich mit Herz

Ja, das Leben weiß es immer besser. Ich dachte, mein Maiteppich wird groß, bunt und gepunktet werden. Aber gestern habe ich spontan auf die Dawanda-Farbaktion reagiert und auf die Schnelle, innerhalb von einem Tag, diesen MaiLove-Teppich gehäkelt.

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Er ist 114 cm groß geworden und hat schon seinen Platz in meinem DaWanda-Shop eingenommen.

Die Farbaktion für Mai heißt MaiLove und beansprucht die Farben weiß und rot. Ich habe mich strikt an die Regeln gehalten und keine weitere Farbe verwendet.

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Es war schon lustig, die Garne mit unterschiedlicher Beschaffenheit miteinander zu verbinden. Ich habe Schurwolle neben Kuschelgarn verhäkelt, Polyester neben Baumwolle. Meine Hände empfanden die Berührung dieser Fäden als schmeichelhafte Massage.