Nähen mit der Hand, Kartoffeldruck und Schablonieren beim Recycled Creativity Festival

Es war für mich einfach erstaunlich, als ich am Samstag alle diese Menschen erlebt habe, die bei uns T-Shirts schabloniert, mit Kartoffeln bedruckt oder verschiedenes mit der Hand genäht haben. Egal, ob sie das vorher schon mal gemacht hatten oder nur blasse Erinnerungen an die Schulzeit hatten. Unglaublich auch die Ausdauer, das Projekt bis zum Ende durchzuführen. Es waren junge Frauen, ganze Familien oder eben Väter mit ihren Mädchen, die fleißig die Nadel geschwungen haben.

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Ich bin dankbar für solche Augenblicke im Leben, wo das ungezwungene und kreative Zusammentreffen von Menschen aus aller Welt einen einfach nur mit Freude erfüllt.

Herzlichen Dank auch an Runa (Bybaba) für die Einladung zum gemeinsamen Workshop mit Bennelle & Stephani!

Immer noch getragen von dieser einmaligen Stimmung,

eure Bennelle

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Trash in Gold verwandelt

Gestern hatte ich die Möglichkeit die Berliner NRO „Trial and Error“ Kulturlabor kennenzulernen. Dorthin hat mich Runa AK Juhanisdotter geführt: meine neue schwedische Bekannte mit einem starken politischen Engagement nur mit Recyclingmaterialien zu arbeiten. Am gestrigen Abend wurde gestrickt. Die meisten mussten ganz neu anfangen. Ich habe tunesisch gehäkelt, was hierzulande STRÄKELN heißt. In der gemütlichen Runde mit unterstrichen internationalem Charakter sind wunderbare Kreationen entstanden. Auf dem Tisch lagen halbe Teile von alten Kleidern, ein Kinderlaken, 6 verschiedene Knäuel Wolle, eine Sporthose, Knöpfe, Nadeln und Faden. Der einzige Mann in der Runde wollte unbedingt einen Topflappen häkeln, also habe ich ein bisschen geholfen.

Runa hat wunderschöne Fotos von den Produkten gemacht.

Ich wagte mich diesmal an einen Armband im Stil von Runa. Auf dem Artikelfoto trägt ihn ein junger Mann.

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Ich könnte schwören, dass manche Kreationen nur unter gewissen Bedingungen entstehen können. Dieses Armband hätte sonst nie die Chance gehabt, unter meinen Händen geboren zu werden. Es ist ein Produkt des Abends und der besonderen Atmosphäre. Auf jeden Fall bekam ich Lust auf mehr: mehr recyclen, mehr in einer kreativen Gruppe zusammenarbeiten, mehr zusammenkommen, mehr schöne und ausgefallene Produkte kreieren. Klingt fast wie eine Versprechung an das neue Jahr!

Was habt ihr euch Neues vorgenommen? Oder braucht ihr erst einmal RUHE!

Gute und entspannte Nacht,

eure Bennelle

Barbie zweckentfremdet

Habt ihr schon von der Eröffnung des Barbie-Dreamhouse in Berlin gehört? Es war am Donnerstag, vor zwei Tagen. Direkt hinter Alexa steht jetzt ein Riesenschuh in rosa, ein paar gestylte Bäumchen und ein Rosaschloss. 

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3 Monate soll dieses Ungetüm in Berlin Geld machen, bevor es abgebaut und irgendwohin wieder verpflanzt wird. Ein Blondinenwitz.

Aufregung an allen Fronten.

Auf dem Highheel-Brunnen baut sich später eine halbnackte junge Frau, die ein brennendes Barbie-Kreuz hoch hält und auf deren Brüsten  „Life in plastic is not fantastic“ steht. Die Aktivistinnengruppe „Femen“ nutzt die Eröffnung des „Barbie Dreamhouses“ in Berlin, um ein Zeichen zu setzen.

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Dann erscheinen auch die  Aktivisten der Bewegung „Occupy Barbie Dreamhouse“, die auf Facebook 2000 Unterstützer haben, junge Männer in Röcken und mit Perücken. „Magst du mich jetzt?“ lautet die Aufschrift vor dem pinkfarbenen Hemd. Es wird blond posiert.

Eröffnung Erlebniswelt Barbie Dreamhouse in Berlin

Auf der Kundgebung vor der Weltzeituhr am Alexanderplatz  versammeln sich 200 Barbie-Gegner, alle ausgerüstet mit Stickern: „Riots not diets“. Sie sind gegen den Profit, der mit den Träumen von Mädchen gemacht wird.

Die Polizei rückt an mit schusssicheren Westen. Der Themenpark wird fast am ersten Tag wieder geschlossen.

Den Veranstalter lässt der Protestunberührt. „Die Kernzielgruppe ist die der sechs- bis zwölfjährigen Mädchen, nicht die der Mittzwanziger mit soziodemografischen Messages“, sagt der Geschäftsführer Christoph Rahofer in einem Interview.

Gestern um 17:56  Uhr nehme ich an der Pro-Contra-Umfrage von „Tagesspiegel“ teil und das Ergebnis überrascht mich nicht:

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Das Barbie-Dreamhouse hat am Alexanderplatz eröffnet. Werden Sie es mit Ihren Kindern besuchen?

Danke für Ihre Stimme.

  • Ja, das Haus bietet ein abwechslungsreiches Freizeitangebot für meine Kinder.[457 Stimmen]
    27%
  • Nein, denn es vermittelt meinen Kindern veraltete und klischeehafte Geschlechterrollen.[1241 Stimmen]
    73%

Gesamt: 1698 Stimmen

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Das war gestern.

Heute suche ich nach Möglichkeiten, Barbies wiederzuverwerten. Meine Tochter (nur die eine!) hat mit ihnen (oder nachgemachten Kopien) als 10-jährige gespielt. Der Wahn hat vielleicht 2 Jahre gehalten. Ich hatte die Wände ihres Bettes mit Rosafolie beklebt. Kann man wieder abmachen… Dann sind wir umgezogen und das Rosabett blieb, wo es war, und geriet in Vergessenheit.

Barbies Maße, hochgerechnet 99-46-84, wurden schon wissenschaftlich untersucht. Angeblich würde sie vornüberfallen, wenn sie echt wäre. Nun, wenn sie nicht selber stehen kann, machen wir ihr Füsse! Zum Beispiel indem wir sie und ihre Freundinnen in Kickerinnen verwandeln:

Die chilenische Design-Studentin Catalina Villa hat für einen Wettbewerb folgenden Beitrag geliefert: Barbie-Besteck  – extra langbeinig.

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Es gibt auch etliche Möglichkeiten, aus den Körperteilen der Plastikgöttin Schmuckstücke herzustellen:

– eine Kette der tausend Plastiklächeln:

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– Ohrringe aus Plastikhänden:

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– den „Ken-liebt-Barbie-Aufhänger“:

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– die Plastik aus Blastikbeinen:

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Kunst mit Barbie ist das Thema von Margaux Lange    http://www.margauxlange.com/. Es dreht sich auf ihrer Homepage alles um Verwertung von Barbieteilen:

Am schönsten fand ich ihre Ringe, bestehend aus Barbiepumps:

Und wenn ihr doch etwas Praktisches aus einer Barbie-Puppe zaubern wollt, bietet sich der Schmuckständer an.

Habt ihr andere Ideen? Her damit!

Einen schönen Sonnabend wünscht euch

Bennelle

 

 

 

 

 

 

Das Leben danach: Recycling für die Tastatur

Mein Freund hat so seine Probleme mit Tastaturen. Ob es an dem harten Anschlag liegt oder an seinem Pech mit Computersachen, weiß ich nicht. Jedenfalls liegen mindestens zwei unbrauchbare Tastaturen herum – mit herausgeflogenen Tasten, begraben im Allstagsstaub. Wie entsorgt man diese Dinger? Oder viel besser: was kann man daraus basteln?

Ich habe für alle Bastler einige Projekte ausgesucht, die eine Tastatur fast vollständig neu verwenden: das Gehäuse, die Tasten(kappen) und die Plexiglasplatte innen drin.

1. Tasten, neu geordnet

Auf dem Artikelbild seht ihr die Installation TEXTile von Jean Shin ,  bestehend aus 22,528 alten Keyboard-Tasten. Das Tastengewebe ist Teil der permanenten Sammlung des Fabric Workshop and Museum, Philadelphia, PA, USA. Auf dem Band sind richtige Texte zu lesen – die E-Mails, die während der Entstehung des Projektes ausgetauscht wurden.

ABER

mein Vorschlag für euch ist diese putzige Krawatte:

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Das kostenlose Tutorial dazu gibt es hier: http://www.instructables.com/id/Keyboard-Tie/

Für die Damen habe ich diesen Vorschlag:

 

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Wie die Ohrringe entstehen, erfahrt ihr in diesem Blog: http://www.craftbits.com/project/computer-keyboard-earrings.

2. Plexiglasplatte

Aus der Plexiglasplatte innen drin kann man wunderschöne futuristische Lampenschirme herstellen.

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Ist das nicht eine stylische Idee? Die wenigen Schritte, die ihr braucht, um zum Designer des Jahres zu werden, gibt es hier:

http://greenissuessingapore.blogspot.sg/2011/01/recycling-your-keyboard-2.html

3. Gehäuse

So, die Tasten sind alle herausgenommen, die Platte zur Erleuchtung gebracht und aus dem Gehäuse kann dieses Wohndeko gezaubert werden:

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Wie das geht, kann man sich schon vorstellen: einfach Knöpfe und Buttons aller Art an die freigewordenen Stellen befestigen und fertig. Dieses Schlüsselbrett gibt es übrigens zu kaufen bei DaWanda: http://de.dawanda.com/product/22425469-UpcyclingSchluesselbrettKeyboard .

Weitere Ideen aus dem Netz:

CORAO_~1

kaffeeset2

keyboard-handbag

 

 

keyboard-upcycle-09

recycled-keyboard-journal

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Und jetzt wird es noch extremer – hier ist der ultimative Kleidungsknigge für Computerfachleute:

tastaturjacke

tastaturslipper1

 

Ich persönlich, würde gerne die Ohrringe machen… und vielleicht auch die Lampe. Dann melde ich mich wieder mit den eigenen Ergebnissen.

Gern höre ich von euch, wenn jemand schon mal seine Tastatur funktional zweckentfremdet hat oder eines der obigen Projekte schon mal ausprobiert hat.