Anleitung zum Bikini-Häkeln

Ich werde oft gefragt, ob ich meine Bikiniteile nicht als Anleitung anbiete. Tja, Leute, ich würde es gern tun, aber ich habe noch sehr viel zu lernen. Zum einen muss ich erst einmal die Häkelsprache gut beherrschen und das kann noch dauern, weil ich mir alles selbst beibringe und oft aus dem Englischen oder Russischen schöpfe. Zum anderen sind Bikinis eine heikle Sache, die man nicht verallgemeinern kann.  So viele Frauen mit so vielen Rundungen, die die Mode zwar studiert und in Gruppen zusammenfasst, aber eben nur zum Teil.

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Kostenlose Anleitung

Zur Freude aller, die auf eine übersichtliche Anleitung auf Papier (sprich ausdruckbar) hoffen, auf die sie Notizen machen können, habe ich heute diese hier gefunden. Sie ist auf Deutsch und stammt von der schweizer Zeitschrift „Aha-Mode“.

Ich selber habe sie noch nicht ausprobiert.  Aber vielleicht tut ihr das und gebt mir Bescheid oder zeigt eure Werke! Das wäre toll!

Ratschläge aus der Praxis

Ich persönlich häkle Höschen ungern, da sie fast nie passen.  Wenn ihr ein gelungenes Projekt herstellen wollt, habe ich für euch einige Ratschläge:

1. Gestrickte und gehäkelte Teile besser nicht nass machen. Zieht sie nach dem Baden an und so bleibt ihr schick und individuell und trocken am Strand.

2. Verlasst euch nie blind auf Anleitungen. Kauft ein Knäuel mehr als die Angabe und holt das best sitzende Höschen aus dem Schrank und messt das Häkelteil daran. Ihr wisst am besten was euch steht und wie viel Haut ihr wo zeigen wollt.

Frauen, die mit einer knackigen Superfigur ausgestattet sind, können die Minivariante der Bikinimode tragen und auch Wolle sparen. Die meisten jedoch brauchen oder wünschen sich viel mehr Stoff auf dem Po und einen festen Bund unter der Brust. Das Garn gibt nach und nimmt die Form eurer Figur auf. Meine Schaufensterpuppe hat alles straff – hart wie Beton.  Was an ihr so perfekt aussieht, kann nur  Frauen mit einem festen Busen stehen.  Braucht der Busen jedoch Stütze oder fehlt er fast, dann solltet ihr auf das Häkelteil verzichten oder kauft euch extra Körbchen für das Top.  Wenn ihr trotz flacher Brust stolz auf euren Körper seid, dann häkelt das Oberteil entsprechend ohne Körbchenwölbung, also auch flach, z.B. ein flaches Dreieck. Das ist dann noch leichter.

3. Durchsichtigkeit

Schon nach eurem ersten Bikini werdet ihr feststellen, dass er ein bisschen bis sehr durchsichtig geworden ist.  Beim Höschen bedeutet das: feste Maschen im Schritt häkeln… Je nach Garn kann das panzerartig aussehen.

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4. Das richtige Garn

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Aus meiner Erfahrung kann ich nur raten, auf reine Baumwolle zu verzichten. Sucht euch eine Mischung aus Baumwolle oder Seide und Viskose aus oder wählt ein Viskosegarn. Dadurch wird die Dehnbarkeit sicher gestellt. Darüber hinaus, trocknet Viskose schneller als Baumwolle und gibt nicht nach. Das Garn „Moina“ hat die besten Eigenschaften dafür.  Ich habe es zu spät entdeckt, sonst hätte ich vielmehr Bikini designet.  Daraus habe ich einen der Herrenstrings gehäkelt, die ich auf Kundenbestellung entworfen habe.

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Ja, auch Mann braucht seine knappe Mode am Strand oder eben als Unterwäsche, besonders an Tagen wie diesen.  Ich biete momentan einen Thong in Schwarz in Netzoptik in meinen Online-Shops.

5. Die Technik

Schaut euch bei Unsicherheit eines der Videos auf YouTube, die in deutscher, Englischer, Russischer, Spanischer und Italienischer Sprache zur Verfügung stehen, an. Unter dem Stichwort „Bikini häkeln“ findet ihr schon einige Angebote:

Bikinitop: Julia Woolpedia. Julia bietet auch Videoanleitungen zum Höschenhäkeln und zum Tangahäkeln an.

www.nadelspiel.com bietet „das perfekte Bikinitop“ mit einer anderen Technik, den Korb zu gestalten. Ich würde dieses Tutorial eher denen empfehlen, die mindestens Körbchengröße B oder C haben.

Wenn ihr ein Spitzenmotiv vorzieht, hat http://www.nadelspiel.com ein entsprechendes Spitzendreieck im Angebot, dass zu einem Bikinitop verarbeitet werden kann. Diesen Dreieck könnt ihr übrigens auch für Barfusssandalen verwenden.

Und jetzt bin ich auf eure Kommentare und Kreationen gespannt.

Sommergrüße aus dem heißen Berlin,

eure Bennelle

 

 

 

 

 

 

 

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Ausschreibung für Textilkunst-Ausstellung

Seid ihr bereit für die nächste Herausforderung? Habt ihr Lust in den Staaten euer Kunstwerk aus Stoff, Garn oder Wolle ausstellen zu lassen? Dann ist folgende Ausschreibung für euch bestimmt verlockend.

The Felting and Fiber Studio lädt nicht nur amerikanische Bürger, sondern Künstler aus aller Welt zu einer Ausstellung zum Thema „Shelter“ ein. Die Arbeit muss bis 15. August fertig  und abgelichtet sein. Mit den Fotos könnt ihr euch erst einmal digital bewerben.

Alle Informationen und das Teilnahmeformular findet ihr hier:

http://tangledfiberartscollective.wordpress.com/calls-for-entries/?blogsub=confirmed#blog_subscription-2

Ich finde das Thema sehr inspirierend.  Ob lokal (als Unterschlupf, Unterkunft, Obdach, Schutzraum) oder übertragen (Schutz, Zuflucht, Asyl), oder sogar metaphysisch verstanden, bietet das Motto unendliche Wege und Darstellungsmöglichkeiten an.

Das Werk auf dem Artikelbild könnte für mich ein ausgezeichnetes Beispiel zum Thema „Shelter“ sein.

Und dieser Wandbehang  stellt für mich das Tor zu einem Refugium dar.

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Andere könnten das Thema durch eine Höhe in den Felsen, ein Loch in der Erde oder als ein Baumhaus interpretieren. Wenn jemand sich nur in seiner Fantasiewelt sicher zurückziehen kann, könnte eine fliegende Insel oder ein Märchenland der Ort der inneren Sicherheit sein.

Beide Bilder habe ich bei Elisabeth (www.aestheticshelter.com) gesichtet. Ihr Blog ist ein inspirierender Rückzugsort. Sie schreibt: „I search for beauty. Whether it is in it’s purest form, in imperfection or even in ugliness.“ Sie fängt mit ihren Fotos die Schönheit in ihrer reinsten Form ein und unterstreicht sie durch ihre begeisternden Texte.

 

 

 

 

 

Garn trifft Baum

Oh, wer du auch im Himmel bist, lass es endlich Frühling sein. Oder soll ich mein Gebet mit Garn gestalten? Ich verspreche es, ich werde Ostereier an den Sträuchen im Hinterhof aufhängen. Oder soll ich die Bäume auf meiner Straße schmücken? Holst du dann den Frühling zu uns, Menschenskinder? Wir sind ausgehungert nach Wärme und Sonnenlicht, nach frischen Blüten und keimenden Blättern, nach Grün und Gras.

In den USA gibt es die Bewegung The Knitterati, die Bäume umhüllt und Spaß am Zusammensitzen, Essen und Stricken hat. Innerhalb von wenigen Tagen entstehen wunderbare Installationen wie diese hier.

Warm gekleidete Bäume umzäunen Ökowege im Wald. Prächtig. Aber gerade jetzt, wo die Bäume noch kahl und schwarz sind, brauchen sie Farbe. Was wäre, wenn wir in Berlin so eine Aktion starten? Als Frühlingsgebet? Wer macht mit?