Garn trifft Baum

Oh, wer du auch im Himmel bist, lass es endlich Frühling sein. Oder soll ich mein Gebet mit Garn gestalten? Ich verspreche es, ich werde Ostereier an den Sträuchen im Hinterhof aufhängen. Oder soll ich die Bäume auf meiner Straße schmücken? Holst du dann den Frühling zu uns, Menschenskinder? Wir sind ausgehungert nach Wärme und Sonnenlicht, nach frischen Blüten und keimenden Blättern, nach Grün und Gras.

In den USA gibt es die Bewegung The Knitterati, die Bäume umhüllt und Spaß am Zusammensitzen, Essen und Stricken hat. Innerhalb von wenigen Tagen entstehen wunderbare Installationen wie diese hier.

Warm gekleidete Bäume umzäunen Ökowege im Wald. Prächtig. Aber gerade jetzt, wo die Bäume noch kahl und schwarz sind, brauchen sie Farbe. Was wäre, wenn wir in Berlin so eine Aktion starten? Als Frühlingsgebet? Wer macht mit?

Stop-Motion-Werbung

Ich wünschte mir, ich wäre im Stande selbst ein schönes, kurzes, aussagekräftiges und bildgewaltiges Video zu produzieren, das meine Arbeiten auf eine eindrucksvolle und vielleicht auch witzige Art und Weise präsentiert. Ich bin schon lange auf der Suche nach jemandem, der das für mich macht. Ich habe sogar die Fünfer- und Zehneranbieter auf dem amerikanischen und deutschen Markt durchstöbert, in der Hoffnung jemanden zu sichten, der ein ähnliches und ansehnliches Angebot unterbreitet.

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Aber heute Abend habe ich etwas gesehen, das mir Mut macht. Eine wunderschöne und reizende Videowerbung des Buches „Crochet at Play“. Ihre Autorin Kat Goldin ist sehr erfolgreich in der englischsprachigen Welt. Sie häkelt, strickt, näht, fotografiert, schreibt tolle Bücher und ist Preisträgerin des MAD Blog of the Year und Best Photography Blogs.  Auf Etsy verkauft sie nicht Häkelware, sondern nur Häkelmuster, also Designs.

Kuckt euch unbedingt das Video an! Vielleicht inspiriert es auch euch zu neuen Ideen in eurer eigenen Werbung!

Bennelle zeigt sich öffentlich

Ich habe schon seit Monaten nach einer Möglichkeit gesucht, meine Arbeiten öffentlich anzubieten, einem leibhaftigen Publikum zu begegnen und nicht unbekannte Klicks in meinen Online-Shops. Und heute bekam ich einen Anruf von den Veranstaltern der Fashion-Messe am Ostbahnhof. Ja! Ich bin dabei! Ich habe einen Riesenstand, den ich mit Schmuck und Strandmode ausfüllen werde. Und dafür habe ich nur 3 Wochen!

Kommt vorbei und zeigt euch! Ich möchte meine Leser kennen lernen!

Näheres über meinen Stand auf der Messe gebe ich bald bekannt.

Und jetzt lade ich meinen neuesten Teppich auf mein etsy-Shop hoch und werde mich bis zur Messe nur mit Mode beschäftigen. Und ich plane eine Menge Überraschungen! Ein Materialmix und ganz neue Textiltechnik, nicht nur Häkelei!

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Die Katze im Sack

Ich schaue mir heute noch eine Super-Aktion von Olek an. Es ist die Verkleidung des EL GATO in Barcelona. Dieses Heiligtum wurde schon von vielen Künstlern interpretiert, aber verkleidet wurde es noch nie (ich glaube, Cristo mag andere Objekte).

Ich mag diese Frau! Eine Workaholikerin. Und ich bewundere ihre Durchhaltevermögen und Erfindungsgabe. Sie muss die Objekte, die sie bekleidet, ganz genau abmessen, um die einzelnen Teile maßgeschneidert zu häkeln. Und sie sind riesig. Dann häkelt sie blitzschnell die Nähte zusammen, wohl wissend, dass die Polizei keine langen Aufenhalte beim Objekt erlaubt. Herrlich!

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Bei der Katze, die sie auf diesem Video bekleidet, finde ich die bunten Teile am einfallsreichsten. Bunt ist da alles, was absteht.

Männer häkeln Mützen

Auf der Suche nach Erfolgsgeschichten werde ich von denselben überrumpelt. Ein Hero der Mützen-Häkeln-Szene ist Oli (alias Oliver Diestelmann), der sich selbst bei meinem Blog sichtbar gemacht hat. Ich stelle ein Bild von seinem Blog hier rein.

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Oli häkelt mit einem Countdown und hat ein Motto, dass einfach unwiderstehlich ist:

First come – First serve!

Seine Mützen haben eine einzige Machart, doch viele Farben und variierende Größen. Immer, wenn eine fertig ist, und sie ist garantiert einzigartig, wird sie wie ein frisches Brötchen von den Händen des männlichen Häkeltalents gerissen. Ja, gerissen.

Mit dem Häkeln angefangen hat der studierte Onlineredakteur, als er sich eines Tages  in schöne Wolle verliebte. Er schaute sich bei Youtube eine Häkelanleitung an und häkelte sich seine erste Mütze. Die hat er dann prompt auf Facebook eingestellt und sein Netzwerk fand sie zum Beißen. So war die Idee geboren, Mützen zu häkeln und sie auf seinem Blog zu verkaufen.

Es ist unverkennlich, dass es sich bei Oli um einen Naturtalent handelt, denn er hat keine Ahnung, wie die Häkelmuster und -maschen heißen. Seine Stäbchen nennt er „Doppelmaschen“, aber wen kümmert das schon? Er hat einfach Riesenspaß beim Häkeln. Und das ist wunderbar.

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Oli, ich wünsche dir viel, viel Erfolg und ein bisschen mehr Inhalt in den nächsten Tutorials.

Und wenn jemand doch wissen will, wie man beim Häkeln eine Pause einlegt (was geübt sein soll), soll er sich dieses Video nicht entgehen lassen.

Extrem crochet

In meinem Post über Olek habe ich auf einige Projekte hingewiesen, die mir interessant vorkamen. Bei näherer Recherche habe ich eine Performance von ihr gefunden, die mich wirklich beeindrückt hat. Sie trägt den Titel „Bringt her eure Kleider“. Die Künstlerin sitzt, in ihrem Guerila-Ganzkörperanzug gekleidet, mitten im Museum und häkelt. Als Material verwendet sie die frisch in Streifen geschnittenen Kleidungsstücke, die von Besuchern mitgebracht werden. Die Modenschau im Anschluss zeigt ein fantastisches Kleid.

Am besten schaut euch das selber an: Videoreportage.

Draw the Eye Up With Oversize Earrings

So lautet eine der J.Crew Fall 2013 Outfit Ideas.

Genial! Ich bin voll im Trend mit meinen frisch gebackenen lilafarbenen Häkelohrringen!

Unter den genialen Ideen für die Frühlingsmode steht Gestricktes ganz hoch, z.B. im Vorschlag bequemen Pulli mit Killer-High-Heels zu kombinieren. Wie der Vorschlag agebildet wurde erfahren Sie hier.

Häkeln als Kunst – flächendeckend!

Ich dachte, ich bin vom Häkeln besessen. Weit gefehlt. Heute habe ich von einer Dame erfahren, die es mit dem Häkeln sehr ernst nimmt. Sie verhüllt nämlich alles in ihrem Stäbchendesign: von der ganzen Wohneinrichtung in ihrem Haus bis Einsteins Denkmal. Ihr Name ist Olek (eigentlich Agata Oleksiak). Die gebürtige Polin steht auf pink, lebt heute in den USA und ist eine anerkannte Künstlerin.

Sie wird ausgestellt und bewundert. Ihre Ganzkörper-Overalls werden in NY getragen. Interessant finde ich persönlich die verhäkelten Schuhe. Eine kleine Kostprobe sieht man in dieser Kurzreportage.

Nun, nicht jeder kann sich mit dieser Kunst identifizieren. Aber Kunst ist eben kontrovers. Und dient manchmal der Selbstdarstellung. Die neueste Aktion der schönen Blonden ist die Verkleidung eines Billboards mit der Aufschrift BOYS. Das war die heutige Nachricht, die mich auf ihre Spur gebracht hat. Ich bin gespannt auf eure Reaktionen :))

Olek Billboard

Stroh zu Gold, Wolle zu Geld

Ich hatte schon lange vor Erfolgsgeschichten über Menschen zu schreiben, die handcrochet in germanyes geschafft haben, mit ehrlicher Handarbeit und Wolle ihr Auskommen zu sichern. Ich bin fest überzeugt, dass ich bald zu diesen Glückspilzen gehören werde, doch momentan kann ich nur davon träumen. Auf die heutige Geschichte bin ich durch puren Zufall gekommen, indem ich in die Suchzeile meines Browsers die Stichworte „gehäkeltes Geld“ eingegeben habe. Und da war sie: die Erfolgsstory.

Zwei deutsche Studenten fliegen zum Skilehreraustausch nach Japan. Aus Langeweile im kleinen Dorf, wo sie wohnen, lassen sie sich auf den Vorschlag einer Spanierin ein, ihnen das Häkeln beizubringen. Die gemeinsam gehäkelte Mütze wird hoch gelobt und ein Australier bietet dafür 10 Euro an. Das ist für die Studenten Anlass genug, ein Mützenbusiness zu starten und sie erscheinen bald darauf im Internet. Ihre Homepage lautet  www.myboshi.de (boshi ist Mütze auf Japanisch).

Erste Abnehmer finden sich im Freundeskreis. Die Nachfrage wächst, es werden mehrere Häklerinnen angeheuert, das Geschäft läuft.

Ihr Erfolgsrezept:

1. die individuell gestaltbare Mütze,

2. die Wertschätzung und die Nachhaltigkeit der Handarbeit.

Die pfiffigen Studenten können noch nicht ganz allein davon leben. „Ab 4.000 verkauften Exemplaren pro Jahr“ würde es sich auszahlen. 

Ich schaue mir ihre Homepage genau an. Bin neugierig, was „der Konfigurator“ an Möglichkeiten der individuellen Mützengestaltung bietet. Vor meinen Augen entfaltet sich eine Galerie mit 31 verschiedenen Mützendesigns. Ich klicke auf die Mütze „Fuji“ und sehe mir die Möglichkeiten an, die dahinter stecken.

Fuji

Mit (zzgl. 5 Euro) oder ohne Bommel, zwei Mützengrößen, etliche Farben zur Auswahl, Preis 45 Euro (ohne Lieferkosten). Lieferzeit 3-4 Wochen. 

Die Eigentümer Felix Rohland und Thomas Jaenisch „glauben unerschütterlich an das Gute im Boshi“. Ihr Webauftritt ist frisch, sportlich und sehr überzeugend.

Weiter so, Jungs! Hut (boshi) ab!

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