Pelzige Großmäuler

Eine Woche lang habe ich an dem zweiten Teil meiner Amigurumis für RESOBOX gearbeitet. Es sollten 10 weitere  gehäkelte Kreaturen entstehen, die meinen Beitrag für die Weltamigurmiausstellung in New York abrunden. Lange fiel mir keine gescheite Idee ein, bis ich erst am Donnerstag zu meinen neuen Flauschwesen kam.

Die pelzigen Großmäuler sind aus einem super-, hiper-, megaflauschigen Garn aus Merino und Microfaser gehäkelt und sind unwiderstehlich anschmiegsam. Jede Kreatur hat ein Riesenmaul, das bis zu vier Fingern aufnehmen kann (oder Häkelnadeln, Stifte, Pinseln usw) und hat einen eigenen Charakter und Persönlichkeit.

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Am Montag werden die Kuschelkugeln verschickt und nächste Woche entstehen weitere Mäuler für den Weihnachtsmarkt am 6. und 7. Dezember im Haus der Ideen, Marienfelde, Berlin.

Jetzt muss ich mich sputen und vier weitere Fluffies häkeln!

Euch wünsche ich einen entspannten und märchenhaften ersten Advent,

eure Bennelle

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Tilda inspirierte Puppe

Die nächste Puppe, die nach New York fliegt, ist Jane. Jane nach Jane Austen, eine Lieblingsschriftstellerin von mir und meiner Tochter. Die Puppe ist im Tilda-Stil entstanden (als Körper und Kopf), lag aber monatelang in der Ecke mit halbfertigen Armen. In den letzten zwei Tagen habe ich sie beendet und im viktorianischen Stil gekleidet. Bewusst habe ich auf Stoff verzichtet und ein Kleid mit vielen Lagen gehäkelt.

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Was ich euch gern empfehlen würde, ist die Art, wie die Haare gemacht sind. Als Autodidakt bin ich von Youtube so ziemlich abhängig. Auch in diesem Fall habe ich dort mein Lernvideo gefunden (unbedingt anschauen!!!). Besonders für Puppen mit Prinzessin-Lea-Frisur eignet sich diese Arbeitsweise perfekt.

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Heute wird an der nächsten Puppe weitergearbeitet.

Euch wünsche ich viel Energie und innere Leuchtkraft (da draußen das Licht kaum ausreicht)!

eure Bennelle

The Making of „Crash“ – mein Gamer Amigurumi

In meinem letzten Beitrag habe ich euch ganz schnell meine erste Game-Figur gezeigt, an der ich ganze 3 Tage verbracht habe. Crash Bandicoot war eine Auftragsarbeit und keine leichte Aufgabe, aber ich liebe Herausforderungen!

Hier zeige ich euch in einigen Grundschritten wie ich verfahren habe. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen bei der Gestaltung neuer Puppen und Amigurumis.

Bodenhaftung

Wenn man keinen Plan hat, muss man irgendwo anfangen. Ich entschied mich mit den Schuhen anzufangen, denn sie sollten die Stabilität der späteren Puppe sichern. Dazu häkelte ich die Sohlen und die Sockel der Sportschuhe.IMG_4144

Um die Schuhe zu beschweren, habe ich je zwei Milchdeckel auf die Sohlen gelegt und sie mit Dekosteinchen gefüllt.

Es ist sehr wichtig, dass die Schuhe schwer und stabil werden, damit sie die ganze Last der Puppe tragen können. Wenn ihr euch für Steinchen (Kiesel) entscheidet, solltet ihr darauf achten, dass sie nicht zu klein sind. Andere nehmen dafür schwere Kleinteile aus Metal. Spitze Gegenstände sollte man schön in Watte wickeln, auch wenn keine Kinder mit der Puppe spielen sollten.

Beine und Hose

Schuhe, Beine, Hose

Schuhe, Beine, Hose

Die Beine habe ich im Schlauch gehäkelt und die Öffnung orientierte sich an den Schuhen: immerhin sollten sie später in die Schuhe nicht nur passen, sondern mit ihnen vernäht werden. Diesmal habe ich die Beine nur so hoch gemacht, dass sie voll in die Hosenbeine eingesteckt werden können. Die Hose habe ich von unten angefangen (die Öffnung etwa um 1 cm breiter als die Beine). Im Unterschied zu den Beinen verjüngen sich die Hosenbeinen in Richtung Kreuz. Dann habe ich beide Teile verbunden und das Kreuz im Kreis weitergehäkelt.

 

 

 

 

 

Oberkörper

Den Oberkörper habe ich auch von unten nach oben erarbeitet.  IMG_4151

An der Stelle, wo ich den Mundwinkel vermutete, häkelte ich nur noch den Hinterkopf weiter.

Anschließend fertigte ich das Bauchstück in hellerem Lachs so an, dass es über der Unterlippe umgestülpt werden kann.

Gesicht mit Nase

Gesicht und Nase sind eine Einheit. Angefangen von der Nasenspitze arbeitete ich mich in Runden  bis zu den Mundwinkeln durch. Die untere Hälfte häkelte ich in Lachs nach.

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Ohren

Die Ohren bestehen aus zwei weitwinkligen Dreiecken, die ich von der Innenseite mit Braun verstärkt habe.

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Haare

Für die Haare häkelte ich eine lange Luftmaschenkette und gestaltete eine Art Stacheln (unregelmäßige Dreiecke).  Die Kette soll auf jeden Fall lang genug sein, damit sie an der Stirn und am Rücken verdoppelt werden kann. So entsteht eine natürlichere Mähne. Nach dem Vernähen habe ich die „Stacheln“ mit Lack fest gemacht, damit sie nicht kräuseln.

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Augen, Augenbrauen

Die Augen habe ich erst dann gehäkelt, als das Gesicht schon in Grobzügen fertig war. Sie stellen zwei Ovale in Weiß dar. Dann werden zwei hellgrüne Scheiben gehäkelt und in ihrer Mitte schwarze Punkte gestickt. Die weißen Augäpfel habe ich mit Rostbraun umrundet, damit sie im Gesicht natürlicher sitzen.

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Die Brauen sollten abstehen und am besten ungleich sein. Ich habe sie an der Naht angehäkelt, die das Gesicht mit dem Hinterkopf verbindet.

Arme

Die Arme stellen Röhrchen dar, die ich von dem Handgelenk aus gehäkelt habe. Die Schulter sind breiter und leicht gebogen, sodass die Arme nach unten hängen. Um sie flexibler zu machen, zog ich einen Draht durch sie hindurch, der den Torso durchbohrt und die Schultern sichert. Der Draht sollte ein Stück länger sein: die Fortsetung habe ich später in die Daumen eingearbeitet.

Hände

Für die Hände habe ich 3-4 Reihen im Kreis gehäkelt (leicht größer, als das Handgelenk). Dann habe ich den Daumen geformt. Anschließend stellte ich die Handfläche  und die einzelnen Finger fertig ….

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Die Hände habe ich an den Armen befestigt, indem das Draht durch die Daumen verlief. Die Handflächen ließ ich ohne Füllung.

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Gürtelschnalle

Es war mir wichtig, aus der Figur einen Aktioncharakter zu schaffen und da er Jeans trägt, dachte ich an die Cowboys mit ihren schön auffallenden Schnallen. So nahm ich einen alten Silbernen Knopf und malte ihn mit Nagellack in Hellblau an. Gürtel gestalten, umbinden, Knopf drauf nähen, fertig.

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Zusammennähen

Vor dem Vernähen sollte man gut überlegen wie viel Füllwatte in welche Körperteile hineinkommt. Die Puppe sollte nicht zu weich werden, aber auch nicht zu plump wirken. Man könnte auch in die Höhe Draht einbauen: in diesem Fall habe ich darauf verzichtet, weil die Statik gut wirkte und der Crash stabil auf seine Beine stehen kann.

Es ist wichtig die Beine schön sauber an die Schuhe zu vernähen, damit keine Steinchen den Weg nach draußen finden.

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So, die Figur ist fertig. Dann kommt der Spaß, besonders wenn man mit Draht gearbeitet hat 🙂

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Frohes Amigurumi-Häkeln!

Eure Bennelle

Der Blumenelefant

Mein neues Amigurumi ist ein Elefant mit rosa umrandeten Ohren und einer Blume auf dem Kopf. Außerdem hat das Elefantenmädchen richtig tolle Wimpern (die subtil angebracht sind).

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Zur Abwechslung habe ich dem Kuscheltier einen bunten Bauch gehäkelt. Grau in Grau ist doch nichts für Kinder.

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Der Rüssel dient zum Teil als Stütze nach vorn und ist schön nach oben gekringelt: Glück soll er bringen!

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Mein Elefantenmädchen bekommt den Namen Layla und wird in wenigen Stunden auch auf Dawanda und Etsy zu bewundern sein.

Euch allen wünsche ich viel Spaß beim Kreieren schöner Dinge,

eure Bennelle

Baby Ninja Turtle

Gestern habe ich einige gehäkelte Ninja Mutant Tutles entdeckt und habe mich gleich ans Werk gemacht, um meine eigene, leicht abweichende Version dieser komischen Krieger zu erschaffen.

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Die Farben entsprechen auch nicht der „Wahrheit“, aber es ist ja alles nur ein Spiel.

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Heute im Kinderladen, wo mein Sohn immer noch die Eingewöhnung durchmacht, haben die älteren Jungs den Amigurumi gleich als das erkannt, was gemeint war, also ist die Schildkröte, trotzt Abweichung, in Ordnung.

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Mein Krieger ist 20 cm groß und 8 cm breit und sehr kuschelig. Um die Füße zu balancieren, habe ich in die blauen Schuhe je einen Milchpack-Deckel eingebaut, der mit feinen Dekosteinen gefüllt ist. So kann das Kuscheltier auf den eigenen Beinchen stehen.

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Jetzt widme ich mich den vielen unvollendeten Tierarten in meinem Wohnzimmer und schicke euch viel kreative Energie,

eure Bennelle

 

Die dunkelhäutige Rastapuppe

Tadaaa, meine farbige Puppe ist endlich vorzeigbar. Es hat sehr lange gedauert, bis ich alle Details ausgehäkelt habe und mich für diese Endversion entschieden habe.

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Das Besondere bei dieser Puppe ist das Unterkleid, d.h. die Tatsache, dass man ihr Rastakleid aus- und anziehen kann. Dabei bleibt sie immer noch „gekleidet“ genug, kann aber auch andere Kleidung tragen.

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Die Haare bestehen aus 3 verschiedenen Garnarten und sind einzeln in die „Kopfhaut“ geknüpft. Ich habe ein Haarband gehäkelt, das sie leicht hochsteckt, aber sie können beliebig frisiert werden.

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Die Füße stecken in Schuhen mit Schnürsenkeln. Die Schuhe kann man nicht ausziehen.

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Die Hände habe ich mit Fingern geformt… eine kleine Spielerei.

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Die Puppe ist schön gefüttert, aber dennoch geschmeidig und anschmiegsam. Ich bin stolz auf sie: meine Billie „Marley“… denn ursprünglich sollte es Bob Marley werden und eine Gitarre um die Schulter tragen. Doch der Musiker mit der Gitarre muss noch warten.

Die Puppe ist schon auf Dawanda und Etsy eingestellt und kann dort in meinen Online-Shops erworben werden. Ein ganz besonderes Geschenk. Nun, was sagt ihr dazu?

Eure Bennelle

 

Taschenpuppe Ginger

Am Wochenende ist meine zweite Puppe endlich fertig geworden. Sie hat orange-rote Haare, deshalb nannten wir sie Ginger. Die Haare habe ich aus dem sog. Puppengarn gemacht, das ich zufällig in einem ganz anders gearteten Laden fand. Normalerweise kostet der Knäuel zwischen 4,50 und 6,50 Euro.

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Die Augen hatte ich zuerst schwarz bestickt, dann gefielen sie mir doch nicht und ich zerschnitt die Stiche und, ohne sie zu entfernen, nähte ich grüne Knöpfe oben drauf. So erscheint das fetzige Garn darunter als Wimpern.

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Das Kleid hat viel Arbeit und Überlegung gekostet. Tja, wenn man ohne Plan arbeitet, sondern sich von dem Arbeitsprozeß leiten lässt, sind Stillstand und Lustlosigkeit unentbehrlich. Manchmal fließt die Energie stätig und tragend, bis das Projekt vervollständigt ist, manchmal wird der Prozess unterbrochen (durch äußere Faktoren oder Trieblosigkeit) und dann droht die Arbeit kein Ende zu nehmen. Also außer der Spitze ist alles andere gehäkelt und bestickt.

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Bei Puppen mit großen Köpfen, dünnen Hälsen und kleinen Körpern ist der Hals die Schwachstelle. Wenn der Kopf mit Watte gefüllt ist, wird er zu schwer und der Hals muss extra mit Draht verstärkt werden, um den Kopf tragen zu können. Wenn der Draht wegen der Gefahr für kleine Kinder ausgeschlossen ist, kann man mit einem Shakespeare-Kragen nachhelfen.

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Die Puppe ist gerade 20 cm groß. Ich möchte auch mit kleineren versuchen. Dann werden sie auch der Bezeichnung „Taschenpuppe“ gerecht. So eine Puppe, die auch ein Kind leicht in die Rücksacktasche packen kann … oder sogar in ein kleines Täschchen oder in der Jackentasche.

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Eine ganz individuelle Puppe, die es zweimal nicht gibt. Das beste Geschenk, das man machen kann. Manche würden die grünen Knöpfe zu erschreckend finden. Ich habe mir gedacht, grün passt zu roten Haaren und Kinder haben ein ganz anderes Vorstellungsvermögen als die klischeebehafteten Erwachsenen.

Weitere 3 Puppen sind in Arbeit. Lasst euch überraschen!

Viel Freude am Tun und Ausprobieren wünscht euch

eure Bennelle