Tilda inspirierte Puppe

Die nächste Puppe, die nach New York fliegt, ist Jane. Jane nach Jane Austen, eine Lieblingsschriftstellerin von mir und meiner Tochter. Die Puppe ist im Tilda-Stil entstanden (als Körper und Kopf), lag aber monatelang in der Ecke mit halbfertigen Armen. In den letzten zwei Tagen habe ich sie beendet und im viktorianischen Stil gekleidet. Bewusst habe ich auf Stoff verzichtet und ein Kleid mit vielen Lagen gehäkelt.

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Was ich euch gern empfehlen würde, ist die Art, wie die Haare gemacht sind. Als Autodidakt bin ich von Youtube so ziemlich abhängig. Auch in diesem Fall habe ich dort mein Lernvideo gefunden (unbedingt anschauen!!!). Besonders für Puppen mit Prinzessin-Lea-Frisur eignet sich diese Arbeitsweise perfekt.

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Heute wird an der nächsten Puppe weitergearbeitet.

Euch wünsche ich viel Energie und innere Leuchtkraft (da draußen das Licht kaum ausreicht)!

eure Bennelle

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Mit den Fingern häkeln: der Schal und die Ohrringe

Ein großer Trend in diesem Jahr ist das grobmaschige Fingerhäkeln. Es ist so einfach wie es klingt: man nimmt die beiden Finger der rechten Hand und benutzt sie wie eine Zange, die die Masche durch die untere Reihe herauszieht. Ein Video-Tutorial zu dieser coolen Art des Häkelns könnt ihr hier finden. Es ist zwar auf Englisch, aber die Bilder zeigen ja genug.

Als ich neulich meine Vorräte durchgestöbert hatte, entdeckte ich zwei wunderbar roten Garne, die so gut zusammenpassten: das eine hatte Fransen und das andere war in Strängen (wie mit einem 4-er Strickliesel verstrickt). Ich habe die Garne miteinander verhäkelt – schön dick und flauschig zugleich. Entstanden ist ein 3m langer Boa-Schal mit dem dazugehörigen Gewicht: etwa 450 g. Ich bin eine kleine Frau und der Schal ist doppelt so groß wie ich, aber auf meiner Fensterpuppe, die die nötige Eleganz und Größe hat, wirkt dieser Schal wie die Boa einer Filmdiva.

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Und wenn ihr auf die Ohren aufgepasst habt, habt ihr bestimmt die braunen Ohrringe mit den Perlen entdeckt. Sie sind aus den Resten eines tollen (teuren) Garnes entstanden und sind mein neuer Stolz:

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Zurück zum Schal: mehrmals um den Hals gewickelt sorgt er auch bei zierlichen Frauen für flauschige Wärme und Schutz vor Wind und Wetter.

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Hat jemand von euch schon mit den Fingern gehäkelt? Meldet euch und erzählt mir davon!

Herbstliche Grüße aus Berlin,

eure Bennelle

Gehäkelte Ohrringe in Gold

Habt ihr in letzter Zeit etwas Neues gelernt? Ausprobiert? Studiert? Ich tue es ständig. Mein Lehrmeister seit einigen Jahren ist oft Youtube – ich mag es zu beobachten, wie etwas entsteht, oder ich brauche die grafische Darstellung eines Musters, damit ich gleich die Zusammenhänge erblicke.

Gestern habe ich ein kleines Motiv häkeln gelernt, das ich bei einer spanischsprachigen Lehrmeisterin ausgespäht hatte. Ihr Videotutorial findet ihr bequem auf Youtube. Das Video zeigt wie Element für Element eine Babydecke entsteht. Mich hat aber das Motiv selbst gereizt und nachdem ich die ersten 3 Motive aus Sockenwolle ausgeführt hatte (toll, übrigens!), bin ich auf die Idee gekommen, dass dieses kleine herzförmige Element allein schon gut genug aussieht, um zu glänzen….

Ich wollte schon ewig mein goldfarbenes Bändchengarn gebührend einsetzen, also griff ich dazu und schuf diese Ohrringe.

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Das Motiv bietet geradezu Platz für 2 Perlen: in den magischen Ring und im Picot. Dazu habe ich einen Stift mit Kopf verwendet, der oben als Schlaufe gebogen wird und die Aufhängung für die Ohrhaken bildet.

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Die Ohrringe sind fest und formstabil: sie brauchen kein Blocken und Versteifen. Ich habe die zusätzlichen Biegeringe als kleine Kette benutzt, damit die Motive schön schwingen können.

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Passend zu den Ohrringen gibt es schon eine Halskette, aber es fehlen noch die Steine.

Euch allen wünsche ich eine goldige Herbstnacht,

eure Bennelle

 

Kinderponcho häkeln

Ich habe mich bis jetzt nicht so richtig an Kinderkleidung gewagt: nur einmal habe ich Filzpuschen für den Sohn einer Freundin gehäkelt. Im Vordergrund stand immer die Angst, dass das Kleidungsstück nicht passt: ohne ein Modell zu haben kann ich keine Anproben machen. Die Angst habe ich überwunden, als ich diese wunderbare multiple Anleitung von Bob Wilson entdeckte. Ich liebe die Videos dieser Australierin: sie ist witzig und hat einen göttlichen Akzent. Außerdem sind die Kreationen, die sie erschafft, praktisch und gut.

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Ein Poncho für alle Größen bietet eine sehr nützliche Grundlage für Variationen. Ich habe erst einmal die Toddler-Version ausgeführt (leicht angepasst) und bekam ein Cape für Mädchen zwischen 3 und 5 Jahren. Das Schöne beim Poncho ist, dass es mitwächst: auch wenn die Arme später nicht mehr ganz, sondern bis zum Ellbogen bedeckt werden, ist das Schmuckstück immer noch schick und wärmt den Oberkörper.

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Was habe ich verändert? Ich habe dieses weiße Flauschgarn entdeckt und wollte den Rest unbedingt einarbeiten. Nach kurzer Überlegung häkelte ich zwei Reihen damit. Es blieb noch genug, um den unteren Rand und die Schnur in weiß zu gestalten. Das bietet einen schönen Kontrast. Die zwei Scheibchen an den Schnurenden sind als Ersatz für Bommeln gedacht. Bommeln fressen eben zu viel Wolle. Man könnte natürlich weiter gehen und die Scheibchen besticken oder je einen Knopf in der Mitte einnähen.

Wenn man sich das Grundrezept für die jeweilige Größe merkt, kann man nach Belieben variieren. Ich habe mir die einzelnen Größen aufgeschrieben und werde dieses Muster bestimmt weiter benutzen.

Euch allen wünsche ich viel Spaß beim (Nach)Häkeln!

Eure Bennelle

Das rote Spitzencollier

Als Verschnaufpause von den vielen Teppichen, die in der letzten Zeit unter meinen Händen geflossen sind, habe ich mich zum dünnsten Faden gewandt und ein Collier und Spitzenohrringe gehäkelt.

 

Das Collier in Feuerrot habe ich bewusst schnörkellos gestaltet: es ist wie ein Bubikragen, den man umgekehrt hat. Das Schmuckstück ist in Stäbchen gehäkelt und mit kleinen Picots verziert.

Getragen auf einem engen, runden Halsausschnitt, verleiht das Collier jedem Kleid und jeder Bluse Pepp und Feuer.

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Die Ohrringe sind im typischen Ananas-Muster gehalten. Ich wollte diese „reine“ Variante schon lange ausprobieren. Den entscheidenden Auftrieb gab mir diese kostenlose Quelle. Dort sind einige Häkelmuster als Ohrringe angeboten. Die Bildanleitung ist sehr, sehr kleinschrittig und verständlich, also nichts wie ran an die Herausforderung!

 

Nachdem man die Fäden vernäht hat, muss man die Ohrringe straffen und spannen. Dazu weicht man sie im Wasser ein und gibt dazu Wäschesteife. Aufsaugen lassen, ausdrücken, bügeln.

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Anschließend kann man die Häkelteile zum Schmuck verarbeiten. Ich habe dazu zwei kleine und zwei große Verbindungsringe genommen, um sie an die Ohrhaken aufzuhängen. Ich mag es, wenn solche großen Elemente frei schwingen. Außerdem passen sie besser zu der Gesichtsform, wenn sie ein bisschen tiefer hängen.

 

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Habt ihr auch Lust bekommen das Ananasmuster auszuprobieren?

Viel Freude am Häkeln und eine ruhige Nacht wünscht euch

eure Bennelle

The Making of „Crash“ – mein Gamer Amigurumi

In meinem letzten Beitrag habe ich euch ganz schnell meine erste Game-Figur gezeigt, an der ich ganze 3 Tage verbracht habe. Crash Bandicoot war eine Auftragsarbeit und keine leichte Aufgabe, aber ich liebe Herausforderungen!

Hier zeige ich euch in einigen Grundschritten wie ich verfahren habe. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen bei der Gestaltung neuer Puppen und Amigurumis.

Bodenhaftung

Wenn man keinen Plan hat, muss man irgendwo anfangen. Ich entschied mich mit den Schuhen anzufangen, denn sie sollten die Stabilität der späteren Puppe sichern. Dazu häkelte ich die Sohlen und die Sockel der Sportschuhe.IMG_4144

Um die Schuhe zu beschweren, habe ich je zwei Milchdeckel auf die Sohlen gelegt und sie mit Dekosteinchen gefüllt.

Es ist sehr wichtig, dass die Schuhe schwer und stabil werden, damit sie die ganze Last der Puppe tragen können. Wenn ihr euch für Steinchen (Kiesel) entscheidet, solltet ihr darauf achten, dass sie nicht zu klein sind. Andere nehmen dafür schwere Kleinteile aus Metal. Spitze Gegenstände sollte man schön in Watte wickeln, auch wenn keine Kinder mit der Puppe spielen sollten.

Beine und Hose

Schuhe, Beine, Hose

Schuhe, Beine, Hose

Die Beine habe ich im Schlauch gehäkelt und die Öffnung orientierte sich an den Schuhen: immerhin sollten sie später in die Schuhe nicht nur passen, sondern mit ihnen vernäht werden. Diesmal habe ich die Beine nur so hoch gemacht, dass sie voll in die Hosenbeine eingesteckt werden können. Die Hose habe ich von unten angefangen (die Öffnung etwa um 1 cm breiter als die Beine). Im Unterschied zu den Beinen verjüngen sich die Hosenbeinen in Richtung Kreuz. Dann habe ich beide Teile verbunden und das Kreuz im Kreis weitergehäkelt.

 

 

 

 

 

Oberkörper

Den Oberkörper habe ich auch von unten nach oben erarbeitet.  IMG_4151

An der Stelle, wo ich den Mundwinkel vermutete, häkelte ich nur noch den Hinterkopf weiter.

Anschließend fertigte ich das Bauchstück in hellerem Lachs so an, dass es über der Unterlippe umgestülpt werden kann.

Gesicht mit Nase

Gesicht und Nase sind eine Einheit. Angefangen von der Nasenspitze arbeitete ich mich in Runden  bis zu den Mundwinkeln durch. Die untere Hälfte häkelte ich in Lachs nach.

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Ohren

Die Ohren bestehen aus zwei weitwinkligen Dreiecken, die ich von der Innenseite mit Braun verstärkt habe.

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Haare

Für die Haare häkelte ich eine lange Luftmaschenkette und gestaltete eine Art Stacheln (unregelmäßige Dreiecke).  Die Kette soll auf jeden Fall lang genug sein, damit sie an der Stirn und am Rücken verdoppelt werden kann. So entsteht eine natürlichere Mähne. Nach dem Vernähen habe ich die „Stacheln“ mit Lack fest gemacht, damit sie nicht kräuseln.

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Augen, Augenbrauen

Die Augen habe ich erst dann gehäkelt, als das Gesicht schon in Grobzügen fertig war. Sie stellen zwei Ovale in Weiß dar. Dann werden zwei hellgrüne Scheiben gehäkelt und in ihrer Mitte schwarze Punkte gestickt. Die weißen Augäpfel habe ich mit Rostbraun umrundet, damit sie im Gesicht natürlicher sitzen.

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Die Brauen sollten abstehen und am besten ungleich sein. Ich habe sie an der Naht angehäkelt, die das Gesicht mit dem Hinterkopf verbindet.

Arme

Die Arme stellen Röhrchen dar, die ich von dem Handgelenk aus gehäkelt habe. Die Schulter sind breiter und leicht gebogen, sodass die Arme nach unten hängen. Um sie flexibler zu machen, zog ich einen Draht durch sie hindurch, der den Torso durchbohrt und die Schultern sichert. Der Draht sollte ein Stück länger sein: die Fortsetung habe ich später in die Daumen eingearbeitet.

Hände

Für die Hände habe ich 3-4 Reihen im Kreis gehäkelt (leicht größer, als das Handgelenk). Dann habe ich den Daumen geformt. Anschließend stellte ich die Handfläche  und die einzelnen Finger fertig ….

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Die Hände habe ich an den Armen befestigt, indem das Draht durch die Daumen verlief. Die Handflächen ließ ich ohne Füllung.

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Gürtelschnalle

Es war mir wichtig, aus der Figur einen Aktioncharakter zu schaffen und da er Jeans trägt, dachte ich an die Cowboys mit ihren schön auffallenden Schnallen. So nahm ich einen alten Silbernen Knopf und malte ihn mit Nagellack in Hellblau an. Gürtel gestalten, umbinden, Knopf drauf nähen, fertig.

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Zusammennähen

Vor dem Vernähen sollte man gut überlegen wie viel Füllwatte in welche Körperteile hineinkommt. Die Puppe sollte nicht zu weich werden, aber auch nicht zu plump wirken. Man könnte auch in die Höhe Draht einbauen: in diesem Fall habe ich darauf verzichtet, weil die Statik gut wirkte und der Crash stabil auf seine Beine stehen kann.

Es ist wichtig die Beine schön sauber an die Schuhe zu vernähen, damit keine Steinchen den Weg nach draußen finden.

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So, die Figur ist fertig. Dann kommt der Spaß, besonders wenn man mit Draht gearbeitet hat 🙂

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Frohes Amigurumi-Häkeln!

Eure Bennelle

Donuts zum Anbeißen

Ich liebe Donuts. Früher, im Sozialismus, habe ich neidisch die Polizisten in amerikanischen Filmen beobachtet, wie sie ihre Sechserpack verspeisen. Erst viele Jahre später kam ich in den Genuss von Donuts und verliebte mich unsterblich.

Jetzt bin ich überaus glücklich endlich selbst welche herzustellen und das sehenswerte Ergebnis liegt an der Rezeptur.

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Wollt ihr diese lebensechte Leckerei nachhäkeln? Das Rezept findet ihr hier. Alles gelingt schnell und wunderbar.

Einige Tipps von mir: beim Vernähen des Bagels schön streckenweise mit Füllwatte stopfen. Die Naht sollte flach sein.

Der Überguß sieht echter aus, wenn sehr unregelmäßig auch mal ein längerer Tropfen fließt. Das gelingt so: häkelt eine Kette aus 4-5 Luftmaschen und den Weg zurück zum Guß arbeitet ihr in Kettmaschen.

Mir persönlich ist es nicht gelungen irgendentwas darauf zu kleben. Deshalb habe ich die Streusel einfach mit einer Nadel bestickt.

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Zum Wohl!

Eure Bennelle